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Orell Füssli steigerte 2014 Nettoerlös / Sicherheitsdruck hübscht Bilanz auf / Buchhandels- und Verlagsumsätze gehen zurück

Orell Füssli konnte den Nettoerlös 2014 gegenüber dem Vorjahr markant steigern und nach dem hohen Verlust im Vorjahr wieder ein positives Betriebsergebnis erreichen. Wesentlich dazu beigetragen hat die deutliche Verbesserung der Produktivität im Sicherheitsdruck, wodurch dieser wieder ein annähernd ausgeglichenes Ergebnis erreichte. Die anderen Divisionen haben sich im Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig entwickelt.

Orell Füssli erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Nettoerlös von CHF 288.1 Mio. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung von rund 6%. Das Betriebsergebnis (EBIT) beträgt CHF 4.0 Mio. (Vorjahr CHF –20.7 Mio.), darin enthalten sind Sondereffekte von CHF 1.0 Mio. (Vorjahr CHF –14.9 Mio.).

Das Jahresergebnis der Orell Füssli Gruppe beträgt CHF 1.7 Mio. (Vorjahr CHF –17.0 Mio.). Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile ist von CHF 144.3 Mio. auf CHF 145.8 Mio. gestiegen. Die Eigenkapitalquote beträgt 57% (Vorjahr 55%). Zusätzlich bestehen Bewertungsreserven auf Liegenschaften von deutlich über CHF 20 Mio.

Die Division Sicherheitsdruck konnte den Nettoerlös im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 23% auf CHF 92.7 Mio. steigern (Vorjahr CHF 75.1 Mio.). Dies wurde in erster Linie durch eine allgemein stabilere Produktion und einen hohen Ausstoß im letzten Quartal erreicht. Das Betriebsergebnis vor Sondereffekten beträgt 2014 CHF –1.0 Mio. (Vorjahr CHF –12.9 Mio.). Im Gegensatz zum Vorjahr (CHF –25.0 Mio.) ist das Betriebsergebnis (EBIT) 2014 von CHF –0.6 Mio. kaum durch Sondereffekte belastet.

Im ersten vollen Geschäftsjahr des Joint Ventures Orell Füssli Thalia AG konnte anteilig quotenkonsolidiert ein Nettoerlös von CHF 110.4 Mio. erzielt werden. Das Betriebsergebnis vor Sondereffekten beträgt CHF 2.4 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) CHF 3.1 Mio.

Das Geschäft der Orell Füssli Thalia AG war 2014 beeinflusst von einem weiterhin rückläufigen Schweizer Buchmarkt. Die Branchenentwicklung ist nach wie vor stark geprägt durch den Einkaufstourismus in die angrenzenden Länder, was in den Filialen der Grenzregion wie auch im hart umkämpften Online-Bereich zu Umsatzeinbussen führte. Ausgehend vom aktuellen Einkaufsverhalten der Konsumenten wird mit weiteren Zuwächsen des Online-Handels sowie des Digitalgeschäftes auf Kosten des stationären Handels gerechnet. Insgesamt liegt der Rückgang der Buchumsätze der Orell Füssli Thalia AG leicht unter dem Gesamtrückgang der Deutschschweizer Buchbranche von rund 5%.

Der Rückgang im stationären Buchhandel konnte teilweise kompensiert werden durch ein Wachstum bei E-Books und E-Readern. Die rückläufigen Umsatzzahlen bei Büchern konnten teilweise durch ergänzende Sortimente aufgefangen werden. Fast drei Viertel des gesamten Umsatzes der Orell Füssli Thalia AG werden aber nach wie vor mit Büchern erwirtschaftet.

Durch den Beitritt der Orell Füssli Thalia AG zum Gesamtarbeitsvertrag per 1. Januar 2015 konnten neue Anstellungsbedingungen ausgehandelt werden. Ab Jahresbeginn 2015 gilt somit ein einheitliches Anstellungsreglement, und es kann für alle Mitarbeitenden der Gesamtarbeitsvertrag angewendet werden. Im Berichtsjahr wurden keine Verkaufsstandorte eröffnet. Die Schließung der Filiale in Winterthur an der Marktgasse 3 musste durch das Fehlen eines Nachmieters auf das erste Quartal 2015 verschoben werden.

Der Nettoerlös der Orell Füssli Verlag AG lag im Jahr 2014 4% unter dem Wert des Vorjahres. Ein Vertriebsvertrag mit einem deutschen Schulbuchverlag wurde gekündigt, so dass dessen Volumen im Bereich Lernmedien wegfiel. Positiv entwickelt haben sich alle übrigen Programmsegmente, in der Schweiz vor allem die Juristischen Medien, in Deutschland Sachbücher und Kinderbücher. Auf der Ergebnisseite besteht weiterhin Handlungsbedarf. Ein Hauptgrund für das unbefriedigende Abschneiden sind zu kleine Druckauflagen. Da die übrige Kostenseite weitgehend optimiert wurde, ist es besonders wichtig, dass die Arbeit an den neuen Programmen zukünftig für höhere Auflagen sorgt und entsprechende Kostenvorteile in Anspruch genommen werden können. Ein weiterer Grund ist der zunehmende Einkauf des Schweizer Buchhandels in Deutschland und damit der zusätzliche Druck auf die Abgabepreise der Bücher. Überdurchschnittlich gute Verkäufe im vierten Quartal und die starke Medienresonanz sind aber eine Bestätigung des Programmausbaus der letzten Jahre und vermitteln Zuversicht.

Ganzjährig im Mittelpunkt stand die verstärkte Arbeit an den Verlagsprogrammen. Neben den angestammten Reihen und eingeführten Namen sollen auch Neuentwicklungen von sich reden machen und so das Marktpotenzial des Verlags vergrößern. Im Frühjahr 2014 gelangten zwei Spitzentitel auf die Schweizer Bestsellerlisten: Globi, der schlaue Bauer und Die Besserkönner (Wolfgang Koydl); im Herbst fielen mehrere Titel durch starke Verkaufszahlen auf, darunter Der Mann, der den FC Bayern erfand (Dirk Kämper) und das Kinderbuch Da bist Du ja! (Lorenz Pauli und Kathrin Schärer).

Die elektronische Verfügbarkeit von Fachpublikationen (Bereiche Juristische Medien und Lernmedien) wurde nachhaltig verbessert. Für 2015 ist eines der Hauptziele, die stärker werdenden Verlagsprogramme vor allem in Richtung Deutschland vertrieblich optimal zu unterstützen. Außerdem wird die Entwicklung des Franken-Euro-Wechselkurses und dessen mögliche Auswirkungen auf das allgemeine Niveau der Schweizer Ladenpreise zu beachten sein.

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