Gaby Callenberg wird heute 60 Jahre alt. Martina Gollhardt gratuliert der Presse- und Marketingchefin bei Kiepenheuer & Witsch zum runden Geburtstag:

Meine liebe Gaby,
nun ereilt der 60. Geburtstag auch Dich – und wir alle reiben uns die Augen: War es nicht erst gestern, als Du vom Buchreport zum BuchMarkt wechseltest, mit einer Option für Kiepenheuer & Witsch in der Tasche? Die hast Du unserem lieben CvZ auch nicht verhehlt – nach drei Monaten war es dann auch soweit; von K&W kam der Zuschlag, und Du gingst nach Köln, um dort die Leitung der Presseabteilung zu übernehmen, die nach einer längeren unglücklichen Interimslösung vakant geworden war. (Christian versichert glaubhaft, dass seine Tränen über Deinen Weggang auch heute noch nicht getrocknet seien.)

Gaby Callenberg: Kleine Fluchten nach Paris

Das war 1986 – vor fast 30 Jahren, und zu diesem Jubiläum werden Dir nächstes Jahr Berufenere gratulieren. Ich bin heute für Deinen Geburtstag zuständig und das umso lieber, als ich als Deine quasi Vorgängerin, die in kürzerer Zeit drei Verlagen diente, sich als sehr viel weniger beständig erwies und heute Deine Beständigkeit und Treue zum Haus rühmen darf.

Zu unterschiedlichen Zeiten haben wir beide unsere Laufbahn im winzigen Dachstübchen des Marienburger Hauses begonnen, haben uns regelmäßig die Köpfe an den zu tiefen Dachbalken angeschlagen, haben sommers unter der Hitze gelitten und unter den wirklich beengten Raumverhältnissen, die nicht wirklich durch den unvergleichlich schönen Blick auf die riesige Kastanie im Garten ausgeglichen werden konnten.

Du hast lange Zeit Pressearbeit gemacht und wurdest eine angesehene und kompetente Gesprächspartnerin der Redaktionen, vor allem aber die fürsorgliche Betreuerin Eurer Autoren, denen Du heute in herzlicher Freundschaft verbunden bist. Als man Dir nach dem Weggang von Raimund Herder anbot, zusätzlich die Leitung der Marketingabteilung zu übernehmen, hast Du Dich beherzt der neuen Herausforderung gestellt. Du hast Presse und Marketing als eine zusammengehörige Sparte der Verlagsarbeit begriffen und diesen verantwortungsvollen Job so gut und erfolgreich gemacht, dass Du heute Mitglied der Geschäftsleitung und in Deiner unbedingten Treue und Verlässlichkeit, lass es mich sagen, der ‚rocher de bronze‘ des Hauses und Eurer Autoren bist.

Als solcher hast Du auch den Umzug des Verlags vom idyllischen, aber aus den Nähten platzenden Marienburger Haus in das große repräsentative Haus am Bahnhofsvorplatz gestemmt. Neben dem Schöffling Verlag seid Ihr der zweite Verlag mit Gleisanschluss, und Eure anreisenden Autoren danken es Euch. Aber wenn Du in Deinem wunderschönen, hellen Zimmer mit Blick auf den Dom in allzu unmittelbaren Kontakt mit dem alljährlich tobenden rheinischen Frohsinn auf dem Bahnhofsvorplatz gerätst, erscheint Euch die Marienburger Garten-Idylle in verklärendem Licht.

Dann bastelst Du Dir die kleinen, regelmäßigen Fluchten nach Paris, das gewissermaßen Deine zweite Heimatstadt ist und Thalys-mäßig vor den Toren Kölns liegt. Von dort kehrst Du gestärkt und beseelt an den Schreibtisch zurück und bist bereit für die nächste Herausforderung – und auch für die Planung der nächsten Reise, die nicht immer nur nach Paris geht.

Du hast das große Talent, dem Druck selbstausbeuterischer Arbeitseffizienz nicht nachzugeben, sondern schaffst Dir den lebensnotwendigen Ausgleich zum härter gewordenen Berufsalltag auch durch Deine Freunde. Mit ihnen verreist und kochst Du, tauschst Dich mit ihnen aus und bist ihnen eine unvergleichliche Gastgeberin in Eurem gemütlichen großen Haus im Vorgebirge, dessen riesigen Garten mit freilaufenden Hühnern man durchaus als Landgütchen bezeichnen kann.

Ich bin glücklich, über unsere lange kollegiale Verbundenheit hinaus zu Deinen Freunden zu gehören, die, ebenso wie Deine Kollegen im Verlag und in der Branche, von Deinen besten Steinbockqualitäten profitieren: Loyalität, Treue, Zuverlässigkeit und absoluten Gerechtigkeitssinn – Eigenschaften, die heute in einer Welt der Datenbanken und des kalten Profits unschätzbar sind. Mögen sie uns, in Deiner Person so schön vereint, noch lange erhalten bleiben.

Ich erhebe am 7. Januar mein Glas auf Dich, winke Dir nach Paris herüber und gratuliere zu diesem besonderen runden Geburtstag, der Dich in ein neues Lebensjahrzehnt bringt, in dem Du ernten wirst, was Du gesät hast.

Bonne anneé und viel Glück wünscht Dir Deine dankbare alte
Freundin
Martina.

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