
August Sarges (l.), rechts Werner Krauß
Peter Grosshaus, Geschäftsführer der Galerie am Domplatz in Wetzlar, ist der Erfinder einer Idee, die langsam Kreise zieht: Bilderradio 2.0. Was das ist? Auf großen Bildschirmen wird auf Kulturereignisse im Raum Wetzlar verwiesen und darüber berichtet. Ein kurzer Text mit Angaben über Inhalt, Ort und Zeit bleibt dabei als Rahmen stehen, eine wechselnde Bildfolge ist als Hingucker gedacht. Alles funktioniert ausschließlich visuell und ist somit schnell erfassbar, bleibt im Kopf.
Samstags in der Galerie/Werkstatt am Domplatz in Wetzlar: Der lange, breite Tisch aus Venedig ist mit Büchern auf der einen und Wurst, Oliven, Pide, Brezeln und Mandelhörnchen auf der anderen Seite gedeckt. Bei Bedarf wird das Benötigte hin und her gereicht.
Die Runde am Tisch: der Maler Werner Krauß aus Gießen, der Medienwissenschaftler, Philosoph und Biologe Matthias Uhl mit seiner Frau Anja, die Autorin Sigrid Krekel, die Galerie-Mitarbeiterin Francesca Klös, der Grafiker Andreas Hild, der Designer Karl-August Sarges, die Autorin Regine Wilfuehr-Blue, der Grafiker Karl-Heinz Wallenfels.
Die Themen sind so vielfältig wie die Gäste; es wird über Buchprojekte diskutiert, über mitgebrachte Malereien und Fotos, über Kataloge, Visionen, Erlebnisse, Kulturveranstaltungen. Andreas Hild unterhält sich mit Karl-August Sarges, der für Philips Industriedesign entworfen hat. Plötzlich steht Sarges auf, muss etwas zeigen: Utopien von Syd Mead, dem amerikanischen Designer. Hild staunt: Das 1965 erschienene Buch zeigt unglaubliche Zeichnungen.
Die ersten Gäste verabschieden sich, neue kommen hinzu, so dass die etwa 15 Stühle fast ständig besetzt sind.
Grosshaus hat nebenher gerade einen Kunden bedient, kommt anschließend zum Tisch, redet über neue Entwicklungen des Bilderradios 2.0. Diese Erfindung, erstmals zur „Nacht der Galerien“ am 14. Juni 2013 vorgestellt, wird allmählich erwachsen: „Die Idee wird langsam publik, Institutionen und Einzelhändler fragen an, wie sie sich beteiligen können.“ Schon entwirft er Zukunftspläne, kann kaum gebremst werden.
„Diese Samstage habe ich nicht organisiert, es hat sich so ergeben“, erklärt Peter Grosshaus. Er freut sich über diesen so entstandenen Treffpunkt in der Wetzlarer Altstadt. „Das ist wahrscheinlich das Bester, was ich je auf die Beine gestellt habe“, sagt er. Und springt schon wieder ins nächste Gespräch.
JF