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Frankfurt: Verhör im Buchladen

Rudi Knauss und Karlheinz Lemken

Gestern Abend hatte Ypsilon Buchladen & Café in Frankfurt am Main zu einem besonderen „Appetitshäppchen“ und einer Premiere eingeladen: Zwei Schauspieler aus dem privaten Fritz Rémond Theater präsentierten eine szenische Lesung.

Karlheinz Lemken und Rudi Knauss spielten zwei Szenen aus dem Krimi Das Verhör nach einer Vorlage des englischen Autors John Wainwright, der das Buch, im Original Brainwash, 1979 veröffentlichte.

Dabei gewannen die Zuschauer eine Ahnung von dem Duell zweier Männer: Auf dem Polizeirevier sitzen sich Chief Inspector John Parker alias Karlheinz Lemken und Rechtsanwalt Adam Barklay nicht nur in spannenden Dialogen gegenüber, da kommt es auch zu Handgreiflichkeiten zwischen den Kontrahenten.

Der Roman wurde übrigens 1981 als Spielfilm unter anderen mit Lino Ventura und Romy Schneider gezeigt. „Warum diesen Film nicht für die Bühne adaptieren? Wir haben die Rechte der Erben des Autors eingeholt und die Erlaubnis für ein Theaterstück bekommen“, erklärte Karlheinz Lemken im Anschluss. Er zeichnet auch für die Bühnenfassung verantwortlich.

Caroline Winter, seit kurzem Marketingleiterin des Fritz Rémond Theaters, hatte Kontakt zur Buchhandlung aufgenommen. „Wir wollen ins Viertel hinaus und zeigen, dass Theater nichts Verstaubtes ist“, sagte sie. So schnell die Idee geboren war, so rasch wurde sie auch umgesetzt. Am gestrigen Nachmittag noch hatten die Theaterleute eine gelbe Fußspur vom Ypsilon bis zum nahe gelegenen Fritz Rémond Theater im Zoo auf dem Gehsteig markiert.

Klaus Dudlik, mit Monika Rieth und Ralph Wagner Geschäftsführer der Ypsilon Buchladen & Café GmbH, die es in dieser Kombination seit 1986 gibt, entgegnete: „Es ist eine Premiere und ein Versuch.“ Seit Anfang an gibt es im Ypsilon Lesungen und wechselnde Kunstausstellungen. Warum also nicht auch Theater?

Auch Caroline Winter will das Experiment fortsetzen: „Wenn wir wieder ein geeignetes Stück haben, kommen wir sicher wieder für ein ‚Appetitshäppchen’ davon ins Ypsilon.“

Vielleicht liegen beim nächsten Mal auch Bücher der Autoren bereit, Wainwrights Kriminalroman ist 1981 unter dem Titel Gehirnwäsche bei Goldmann erstmals auf Deutsch erschienen. „In der Kürze der Zeit war es nicht möglich, Bücher zu besorgen“, erklärt Caroline Winter entschuldigend. Wäre ja eine nette Ergänzung zum Theater-Appetizer.

JF

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