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Das ABC der Berger Bücherstube

Bücherstube mit eigenem Signet
(Foto: Berger Bücherstube)

Jeder, der am heutigen Montag in die Berger Bücherstube am Schelmenburgplatz im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim kommt, findet anerkennende Worte.

„Herzlichen Glückwunsch zum 35-jährigen Bestehen!“ [mehr…] „Das war ein tolles Fest am Wochenende!“ „Sie und ihre fleißigen Helfer haben sich so viel Mühe gegeben!“

Inhaberin Monika Steinkopf freut sich über das Lob der Kunden. „Es war eine schöne zweitägige Feier, viele haben mitgewirkt, damit alles glatt über die Bühne geht. Wir haben es gemeinsam geschafft“, sagt die 75-Jährige. Man sieht ihr den Vorbereitungsstress nicht an, aber: „Es musste schon einiges auf die Beine gestellt werden“, bekennt sie bescheiden. Geholfen haben ihr dabei vor allem Kathrin Diederichs, die seit 27 Jahren in der Büchstube arbeitet, und Heike Horvatović, sie kam vor 13 Jahren zum Team. „Und die Handvoll Mitarbeiter des Herzens“, ergänzt Steinkopf. So bezeichnet sie ihre Ehrenamtlichen.

Das Jubiläum stand unter dem Titel „ABC – 35 Jahre Berger Bücherstube“. Dabei stand das A für Apfel. Vor dem Laden konnten die Kunden 12 verschiedene Apfelsorten, zur Verfügung gestellt vom Obst- und Gartenbauverein Bergen-Enkheim, probieren. Matthias Schöpfel aus Hochstadt bot feinste Apfelweine aus eigener Produktion an.

B galt natürlich dem Buch. Literaturprofessor Dr. Heiner Boehncke, seit vielen Jahren mit der Berger Bücherstube verbunden, stand hinter der Ladentheke, verkaufte und beriet die Kunden.

C bedeutete Ceramic, exklusive Waren von Christine Atmer de Reig, aus der Keramikwerkstatt Margaretenhöhe und von Beatrix Kerstan konnten nicht nur erworben werden, sie stehen noch die ganze Woche im kleinen, extra für das Jubiläum eingerichteten Café den Gästen zum Probieren von Kaffee und Kuchen zur Verfügung.

Am Samstag um 15 Uhr erzählte Gudrun Rathke Apfelmärchen für Kinder und Erwachsene. „Das gefiel nicht nur den jüngsten Besuchern. Auch die Älteren äußerten sich lobend und meinten, sie hätten gar nicht gewusst, wie schön es sei, Märchen zu hören“, sagt Monika Steinkopf. Die Kinder der Kitas MATZ und „Die Schelme“ hatten etwa 100 Papiertüten bunt bemalt – auch die kamen bei den Festgästen gut an.

Ab 20 Uhr feierten etwa 70 Gäste am Samstag Abend. Heiner Boehncke stellte das Buch Äpfel und Birnen, das Gesamtwerk von Korbinian Aigner, in diesem Jahr bei Matthes & Seitz Berlin erschienen und von Judith Schalansky herausgegeben, vor. Außerdem lieferte Naturkunden, das besondere Programm bei Matthes und Seitz, dazu passend farbige Karten, die alle über 900 Apfelsorten in Aquarellen zeigen. „Diese Karten bekamen die Kunden gratis zum Buchkauf dazu“, erklärt Monika Steinkopf.

Vorgestellt wurde weiterhin das Buch Marie Hassenpflug von Phoebe Alexa Schmidt und Heiner Boehncke, im August erschienen im Verlag Philipp von Zabern. Gudrun Rathke erzählte anschließend Dornröschen in der Originalfassung der Märchenerzählerin der Brüder Grimm.

Die Bergen-Enkheimer Stadtschreiberin von 1988/89, Eva Demski, erwies Helga M. Novak, Stadtschreiberin 1979/80 ihre Referenz, berichtete von der „Berger Königin“, die das zunächst nicht eben pompöse Stadtschreiberhaus in ein kleines „Imperium“ verwandelte.

Wolfgang Schopf hatte mir vor etwa einem Jahr angeboten, zum Jubiläum der Bücherstube eine Zeitung zu machen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. In Vorbereitung dieser Ausgabe musste ich über 15 Ordner durchsehen. Ich habe dabei vieles gefunden, das im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten ist“, sagt Monika Steinkopf und holt die Zeitung, eine Ausgabe in drei Teilen, dem Charakter angemessen in hölzerne Zeitungshalter geklemmt, vom roten Garderobenständer. Das ist der Punkt, an dem man sich an den kleinen Cafétisch setzten muss, und dieses Werk, ein Sammlung von Autographen der 40 Stadtschreiber, von Zeichnungen, Bildern und Zeitungsberichten, unbedingt durchblättern möchte. „Viele Besucher nahmen sich die Zeit, saßen manchmal stundenlang, schauten und lasen“, weiß Steinkopf. Wie schade, dass es diese Zeitung nur in diesem einzigen Exemplar gibt.

Etwas höher ist die limitierte Auflage der zweiten CD-Ausgabe Ein Haus für die Literatur. Auf zwei CDs wird an die elf Stadtschreiber der Jahre 2003 bis 2013 mit ihren Reden und Lesungen erinnert. Das ist eigentlich die Fortsetzung der vergriffenen ersten, ebenfalls zweivolumigen Ausgabe aus dem Jahr 2003. An den CDs, hergestellt vom Hessischen Rundfunk, haben neben Monika Steinkopf, die für die Booklets sorgte, Heiner Boehnke, Rainer Gülk und Julika Tillmanns mitgewirkt.
Monika Steinkopf erhielt 2004 für die erste CD übrigens den BuchMarkt-AWARD [mehr…]

Am Sonntag fand der Backwettbewerb des Vereinsrings Bergen-Enkheim im Clubraum neben der Bücherstube statt. „Dazu haben wir 54 Kuchen erhalten. Viele unserer Kunden fragten außerdem an, ob und wie sie sich an der Aktion beteiligen können“, erzählt Steinkopf. Die Kuchen wurden für einen guten Zweck verkauft.

Nachmittags sang Matthias Keller, Ex-U-Bahn-Kontrolleur, mit den Kindern. Gudrun Rathke lud anschließend noch einmal zur Märchenstunde ein.

„Man kann so viel mit Büchern machen“, sagt Monika Steinkopf, die nicht nur seit 1978 ihre Bücherstube führt, sondern auch zur Anlaufstelle für alle Stadtschreiber geworden ist. In 35 Jahren hat sie ein enormes Netzwerk geschaffen, das seit 2009 bestehende Stadtschreiber-Archiv mit angestoßen. Legendär sind ihre Poetischen Blätter mit Texten der Stadtschreiber und dazu passenden Illustrationen. Natürlich handsigniert von den Künstlern.

JF

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