
Vor 75 Jahren, am 9. November 1938, wurden Tausende als jüdisch geltende Geschäfte in Berlin verwüstet und massiv geplündert. Daran erinnern an diesem Wochenende mehr als 120 Berliner Einzelhändler mit einer „Schaufenster-Aktion“.
Indem sie Folien in der Optik eingeschlagener Scheiben auf ihre Schaufenster kleben, die zerstörte Scheiben symbolisieren, wollen sie Stellung gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus heute beziehen. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg und die Kulturprojekte Berlin GmbH initiierten die Aktion im Rahmen des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“. Insgesamt wurden 285 Schaufenster sowie 15.000 Informationsflyer für die Verteilung an die Kunden der Geschäfte zur Verfügung gestellt.

Auch einige Buchhandlungen wie der Bücherbogen am Savignyplatz beteiligen sich. Als die Geschäftsführerinnen Ruthild und Wanda Spangenberg von der Aktion hörten, stand ihr Entschluss sofort fest. „Wir wollten ein Zeichen gegen das Vergessen setzen“, sagen sie. Die beiden beklebten nicht nur die Schaufenster mit der Folie, die wie eine zerbrochene Scheibe aussieht, sie gestalteten auch ein ganzes Schaufenster mit Büchern über „entartete Kunst“.







