
Das Schlosspark Theater in Berlin Steglitz war bis auf den letzten Platz besetzt, als Holly-Jane Rahlens heute Vormittag ihr neues Buch Stella Menzel und der goldene Faden (Rowohlt Rotfuchs) – in Kooperation mit der Berliner Literaturinitiative – erstmals vor einem großem Publikum präsentierte.
Zwei Schülerinnen der Literaturinitiative stellten die Autorin vor, die in New York geboren wurde und seit 1972 in Berlin lebt. Stella Menzel und der goldene Faden ist das achte Buch von Holly-Jane Rahlens, aber ihr erstes Kinderbuch. Bisher hat sie Bücher für Erwachsene und Jugendliche veröffentlicht. Prinz William, Maximilian Minsky und ich wurde 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und nach dem Drehbuch der Autorin verfilmt. Die Autorin schreibt auf Englisch, Brigitte Jakobeit hat Stella Menzel und der goldene Faden übersetzt; die Illustrationen stammen von Reinhard Michl.
Am Lesepult stehend zog Holly-Jane Rahlens die 450 Schülerinnen und Schüler von Anfang in ihren Bann mit der Geschichte des Mädchens Stella, das zur Geburt von seiner Großmutter eine seidene Decke übersät mit Sternen und Schneeflocken bekommt. Am Anfang des Buches ist Stella dreieinhalb Jahre alt, am Ende besucht sie die siebte Klasse und bekommt den ersten Kuss. Dazwischen hat sie auf 160 Seiten viel über ihre Familie erfahren, denn die blaue Decke, die mit einem goldenen Faden eingefasst ist, hat eine lange Geschichte. Sie beginnt Anfang des letzten Jahrhunderts in Russland und führt über Berlin und New York ins heutige Berlin. Der Stoff, der einst ein Vorhang war, werde im Laufe des Buches immer kleiner, während Stella immer größer wird, erzählte die Autorin. „Ich wollte aber nicht nur von einem Stück Stoff erzählen, sondern die Geschichte einer ganzen Familie.“
Gut gelaunt beantwortete die Autorin die zahlreichen Fragen der Kinder. Wie die Idee zu dem Buch entstanden sei, wollten sie beispielsweise wissen. Die ursprüngliche Anregung komme von einem alten jiddischen Volkslied, das sie vor vielen Jahren mit ihrem Sohn gelesen habe. Darin geht es um einen alten Schneider, der seinen verschlissenen Mantel immer wieder ändert. Der Stoff werde kleiner und kleiner.
Unermüdlich signierte Holly-Jane Rahlens nach der Lesung Bücher und Autorgrammkarten, während die ersten Leser auf den Stufen des Theaters bereits mit der Lektüre begannen.
ml