Das war es dann: Zum 30. Juni 2014 schließt das Bibliographische Institut (BI) in Mannheim, dem ehemaligen Stammsitz, seine Pforten. Das bestätigte eine Sprecherin des Verlages der Online-Ausgabe des Mannheimer Morgen. 19 Mitarbeiter seien gestern über die Schließungspläne informiert worden.
„Eines aber betonte der Verlag bis zuletzt: dass Duden sich nicht vollständig vom Stammsitz verabschiede“, schreibt der Mannheimer Morgen. Denn nit der Sprachtechnologie bleibe ein „Zukunftsgeschäft“ in Mannheim, hieß es. „So zogen 19 Mitarbeiter dieses Bereichs aus dem ehemaligen Verlagssitz in der Dudenstraße aus und bezogen ein paar hundert Meter entfernt ein neues Büro. Doch nicht für lange, wie sich nun zeigt.“
Die Zahlen hätten eine klare Sprache gesprochen. Produkte und Geschäftsmodelle hätten nicht zum erforderlichen wirtschaftlichen Erfolg geführt, heißt es in einer Mitteilung des Verlages an die Agentur für Arbeit, die der Zeitung vorliegt. „Daher hätten Gesellschafter und Geschäftsführung beschlossen, die Entwicklung und den Vertrieb von Korrektursoftwareprodukten ab sofort einzustellen, das Profitcenter Sprachtechnologie aufzulösen und den Standort Mannheim zum 30. Juni 2014 komplett zu schließen.“
Was konkret heißt: Gegen 17 Mitarbeiter sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, heißt es weiter. „Einer habe inzwischen selbst gekündigt, bei einer Aushilfe ende ein befristeter Vertrag. Einem Teil der übrigen Mitarbeiter wird demnach zum 31. Dezember 2013 gekündigt, den anderen zum 31. März oder zum 30. Juni 2014.“ Dann ist die traditionsreiche Duden-Geschichte in Mannheim endgültig vorbei.
„Nun bleibt abzuwarten“, schreibt der Mahheimer Morgen, „wie dieses Kapitel der Duden-Geschichte weiter geht – und ob sich der Verlag, der gerade erst rund 90 Kündigungsschutzklagen hinter sich gebracht hat, erneut vor dem Arbeitsgericht wiederfindet“.