Das war zur kurz vor der Frankfurter Buchmesse 1989 eine Sensation, als man die Partnerschaft mit der Verlagsgruppe Weltbild einging – jetzt werden die Stellschrauben zurückgedreht: Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernimmt die damals verkauften 50 Prozent der Anteile an der Verlagsgruppe Droemer Knaur von der Verlagsgruppe Weltbild zurück und hält damit wieder 100 Prozent der Anteile.
„Angesichts eines sich noch beschleunigenden Strukturwandels will sich Weltbild auf den Ausbau des Online- und Digitalgeschäfts konzentrieren“, heißt es in einer Pressemitteilung, die offenbar gemeinsam formuliert wurde. Dass Droemer mit seinen Titeln auch immer ein Problem für die bisherigen Gesellschafter von Weltbild, insbesondere deren erotisch geprägten Bücher, gewesen sei, ist sicher nur einer der Gründe der jetzt vollzogenen Aufgabe der langjährigen Partnerschaft. Der Name „Weltbild“ war ja schon länger aus der Firmierung wieder getilgt worden.
„Beide Partner blicken auf eine gute 14-jährige Partnerschaft zurück mit vielen wichtigen Erfolgen in der Belletristik und im Sachbuch. Für die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist der Buchbereich Kerngeschäft, das in Deutschland mit diesem Schritt weiter gestärkt wird“, heißt es aus Sicht von Holtzbrinck.
Wie sich die Zeiten geändert haben: Damals konnte Weltbild auf Anhieb in der Belletristik-Bundesliga mitspielen – und die Holtzbrinck-Gruppe hatte sich von dem „auf Zukunft angelegten“ Joint Venture Zugang zu weiteren Vertriebswegen erhofft.
Droemer – Verleger Dr. Hans-Peter Übleis sieht die neuerliche Entwicklung positiv: „Wir bei Droemer – die Mitarbeiter ebenso wie meine Kollegen in der Geschäftsführung – freuen uns sehr über diese Entwicklung. Wir hatten 14 gute und erfolgreiche Jahre in der 50/50 Gesellschafterstruktur mit Holtzbrinck und Weltbild und konnten in dieser Zeit Droemer Knaur wieder als einen der führenden Publikumsverlage etablieren. In einem sich dramatisch verändernden Markt, in dem Handel und Verlage sich permanent neu positionieren und positionieren müssen, sehen wir in der neuen Inhaberstruktur mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck als Alleingesellschafter hervorragende und noch bessere Chancen, im Buchhandel für unsere Autoren und Bücher möglichst viele Leser zu erreichen und zu begeistern. Das ist ein starkes und positives Signal an die ganze Branche.“
Die Übernahme muss noch kartellrechtlich genehmigt werden.