
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
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Der Schweizer Regisseur Milo Rau hat die jüngsten sowjetischen (sorry, natürlich: russischen) Schauprozesse in Moskau nachspielen lassen – am letzten Tag drangen Kosaken in den Saal, drapiert mit Totenkopf und orthodoxem Kreuz.
Frankfurter Rundschau
Geht doch: Man muss sich nur anmelden, und schon kriegt man vorgeführt, wie schön Versandhandel für die Angestellten (auch die geliehenen) sein kann: Die FR war bei Zalando. Warten wir mal auf einen Bericht über einen unangemeldeten Besuch.
Ein „unerschrockenes Kunstwerk – groß und unerhört“: Peter Buwalda Bonita Avenue (Rowohlt).
„Ersetzt allemal den Film“: Pete Dexter Paperboy (Liebeskind).
Robert M. Sonntag schreibt über eine bücherfeindliche Welt: Die Scanner (S. Fischer).
Annotationen
Jochen Schmidt Schneckenmühle (C.H. Beck) und Joachim Meyerhoff Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (KiWi).
Plädiert „für mehr Träumerei“: Stephan Grünewald Die erschöpfte Gesellschaft (Campus).
Interview mit Rechtsmediziner Michael Tsokos: In Klaviatur des Todes (Droemer) beschreibt er Todesfälle, an deren Aufklärung er beteiligt war.
Die Messe wirft ihre Schatten voraus: „Zehntausende Lesefreunde strömen jedes Jahr zu Festivals wie «Leipzig liest» (14.-17. März) oder der Kölner «Lit Cologne» (6.-16. März), um sich von etablierten Autoren und von Newcomern aus neuen Romanen vorlesen zu lassen. «Es ist das Live-Erlebnis, das ankommt», sagt der Verleger Sebastian Wolter vom sächsischen Verlag Voland & Quist. «Ähnlich wie bei Rockkonzerten kommt da oft ein Gemeinschaftsgefühl auf.»“ 1472782,21997176.html,Wie Lesungen genutzt werden, lesen Sie hier weiter.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ulrich Enzensberger mit einem Einspruch gegen Wolfgang Kraushaars „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“: München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus (Rowohlt): Er sei keineswegs Mittäter und Mitwisser. Und hofft, dass durch seine Stellungnahme nun der wahre Täter bekannt wird.
In der „dunkelsten Epoche der tschechischen Geschichte“: Vladimír Holan Lärmschatten. Ohne Titel. Mozartiana. Band 2 der Gesammelten Werke (Universitätsverlag Winter).
Werner Rügemer, bekannt durch sein Buch Der Bankier (es geht darin um die in der Zwischenzeit sehr in die Schlagzeilen gekommene Kölner Bank Sal Oppenheim – Rügemer hat über dieses Buch sehr viel über das Rechtssystem in diesem Lande erfahren dürfen…) erweist sich einmal mehr als „Experte der Wirtschaftskriminalität“ mit seinem bei Transcript erschienenen Buch Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart.
Fans von Kat Menschik (wir erinnern ihre wundervoll illustrierte Ausgabe von ausgewählten Isländer-Sagas bei Galiani, zum Beispiel) dürfen sich freuen: Ab heute übernimmt sie für 100 Folgen den Fortsetzungscomic der FAZ Der goldene Grubber.
Andreas Rossmann mit einem Nachruf auf den Heidelberger Anglisten Horst Meller.
Lagebericht zur deutschen Sprache durch die Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung und die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften: Festgestellt wird ein Imageproblem durch die verunglückte Rechtschreibreform. Von Wörterschwund kann keine Rede sein, ganz im Gegenteil, aber dem Genitiv geht’s an den Kragen. Mehr und mehr verschwindet er. Dabei muss er doch gar nicht mehr herhalten für die sozialistischen Genitivketten à la „der Generalsekretär des ZK der SED“…
Die Welt
Eine Kindheit im Kiez: Michel Ruge Bordsteinkönig. Meine wilde Jugend auf St. Pauli (Knaur)
Süddeutsche Zeitung
„Eine zerrissene Familie im Exil“: Angelika Schrobsdorff Der Vogel hat keine Flügel mehr (dtv).
„Wie man es anstellt, den Leuten Manieren beizubringen“: Bernhard Kleeberg Schlechte Angewohnheiten. Eine Anthologie 1750-1900 (Suhrkamp)
Neue Taschenbücher
Timothy Snider Boodlands (dtv)
Volker Reinhardt Geschichte von Florenz (C.H. Beck)
Friedrich Hebbel Poesie der Idee. Tagebuchaufzeichnungen (Fischer TB)
Christian Mann Die Gladiatoren (C.H. Beck)
John Steinbeck, Robert Capa Russische Reise (Unionsverlag)
Hannes Fricke Mythos Gitarre (Reclam)
Politische Kinder- und Jugendliteratur
Karin Gruß Ein roter Schuh (Boje)
Jürgen Seidel Das Paradies der Täter (cbj) – es geht um deutsche Jugendliche nach dem Krieg in Argentinien.
Eine neue Biographie über Sophie Scholl: Maren Gottschalk Schluss. Jetzt werde ich etwas tun (Beltz & Gelberg).
Am 1. September trat in Russland ein neues „Gesetz zum Schutz der Kinder vor Informationen, die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden“ in Kraft. Was nach Gummiparagraphen klingt, wird in Ländern wie Russland schnell zum Gummiknüppel. Zum Beispiel ist „Jim Knopf“ ein Fall für 18+: Denn der raucht hin und wieder Pfeife und trinkt – in Russland ja seit eh und je verpönt – Alkohol. Und natürlich: Jeder kann jeden denunzieren in Russland.