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AG Pub tagt in München / Vorsteher mahnt zur Geschlossenheit der Branche

Gottfried Honnefelder

Start für die diesjährige AG Pub in München: Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder (Foto) mahnt in seiner Rede die Branche zur Geschlossenheit.

Er verwies auf seine Eröffnungsrede von 2006 mit einer kritischen Sicht auf den Unternehmensverband (der eigentlich „ziemlich überflüssig“ sei in einer Zeit, in der sich das Geschäft der Branche von selbst verstehe) – und ergänzte in zwei Punkten:
Nötig seien „eine ordentliche Selbstdarstellung nach außen, eine über Jahre geübte Pflege der political relations, eine freundliche Ausübung der social relations und des Zusammengehörigkeitsgefühls von Mitgliedern und Sparten“ und: „Die Situation wird anders, wenn eine Branche vor größeren Transformationsproblemen steht, wenn in wichtigen Bereichen der Druck von außen, vom Markt und von den Rändern des Marktes her wächst und sich im Inneren Unsicherheit und Krisenstimmung breit machen.“

Blick in den Tagungssaal: Am Pult
Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis

Daraus zog Honnefelder als Fazit: „Empfinden die einen den Verband als Hemmschuh, so wünschen sich andere ein rigideres Handeln.“ Er meine ein „leise aufkeimendes Desinteresse der Verlage am stationären Sortiment zu erkennen: „Wir stehen an einem Scheideweg. Laufen wir in alle Richtungen oder bilden wir weiterhin die Speerspitze einer Branche, die für viele ein Vorbild ist?“

Er warnte, die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen – sie hat eine Halbierung der Umsätze hinnehmen müssen. Piraterie, Untätigkeit der Bundesregierung seien dafür verantwortlich, aber nicht allein: Es sei auch eine „klare Konsequenz dessen gewesen, dass man über Nacht ein ganzes Vertriebssystem stationärer Geschäfte über Bord geworfen hat und glaubte, die Zukunft im Internet und bei einigen wenigen Großhändlern zu finden.“

Weiter geht es bei der heutigen Tagung im Münchner Literaturhaus um den Autoren-Normvertrag, die Preisbindung und die Pirateriebekämpfung.

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