Die Darmstädter Jury hat Max Herrmann-Neiße/Leni Herrmann Liebesgemeinschaft in der Fremde aus dem Arco zum Buch des Monats Oktober gekürt.
London, 8. April 1941. Eine Frau nimmt Abschied von ihrem Mann. Es ist die »vielleicht am meisten umdichtete Frau der deutschen Literatur« – und er »der meistgemalte Mann«. Die Rede ist von Leni und Max Herrmann-Neiße. Sie groß, blond, eine Schönheit. Er ein verwachsener Gnom mit Buckel, überlangen Händen und großem, kahlen Schädel. Schon in der Heimatstadt Neiße war das Paar Klatschthema Nr.1. Gemeinsam durchlebten sie die 20er Jahr in Berlin.
1933 entschieden sie sich, Hitler-Deutschland zu verlassen – fortan als »Liebesgemeinschaft in der Fremde«. In Zürich fühlten sie sich wie zuhause, aber die Fremdenpolizei hatte etwas dagegen. In London fanden sie Zuflucht.
Die in diesem Band gesammelten Gedichte laden dazu ein, den großartigen Dichter Max Herrmann-Neiße endlich wieder zu lesen. Von Leni Herrmann werden ihre hier erstmals publizierten »Aufzeichnungen über die letzten Tage von Max Herrmann« veröffentlicht.