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VVA-Sortimentertagung: Mobiles Internet als Marketing-Chance für den Handel?

Harald Horstmann

Kaum haben sie sich mit einer Online-Filiale ausgestattet, steht bei der VVA schon das nächste Thema auf der Agenda. „Mobile Commerce: Bedrohung oder Chance für den Buchhandel“ sei die ideale Fortsetzung zum Thema der letzten Tagung („Social Media im Buchhandel – Erfolgsgarant oder Zeitfresser“), sagte Bereichsleiter Harald Horstmann zur Begrüßung.

Manche Buchhändler mögen sich dabei die Augen gerieben haben angesichts des Themas: Kann der Buchhandel davon profitieren? In bestimmten Bereichen ja, war in den Vorträgen zu hören. Aber zunächst einmal wurden die Traditionen eingehalten, nämlich als Chef Stephan Schierke zu seinem traditionellen „Aktuellem Bericht aus VVA und Verlegerdienst“ kam. Doch Schierke kündigte gleich an, nicht lange Klicken und viele Charts zeigen zu wollen.

Stephan Schierke

Denn Organisatorisches hatte er kaum zu berichten, gerade erst hatten sich arvato und VVA einen neues Corporate Design gegeben. Um dann doch noch zur Personalmeldung zu kommen, mit der er überraschen konnte: Mike Röttgen übernimmt die Position von Horst Rämsch als Vertriebsleiter Buchhandel [mehr…].

Mike Röttgen

Schierke und seine Crew packen derzeit ein Thema an, das aus Kostengründen bisher außerhalb des Blickwinkels geblieben ist: Mehrwegwanne und Kartonage. Zunächst stellte Schierke die Erfolge mit dem Einsatz der KNV-Wanne als Mehrwegwanne vor, die allerdings 59 Cent mehr kostet. Doch auch bei der Kartonage will man neue Wege gehen und zu mehr Stabilität kommen. Deshalb wanderte das Mikrofon schnell wieder an Horstmann zurück, der unterschiedliche neue Modelle für neue Bücherkartons mitgebracht hatte. Und so durfte ein Buchhändler mal an neuen Kartons testweise „aufreißen“.

Dabei möchte die VVA vor allem die Stabilität der Kartons verbessern. Allerdings soll das Handling auch erleichtert werden: Bisher sind die Kartonagen dreifach verschnürt, mit stabilerer Kartonage könnte die VVA mit einer Schnur auskommen. Teilnehmende Buchhändler fragten noch einmal, ob nicht ganz auf Wannen umgestiegen werden könnte. Ein Wannensystem wäre teuer, so Schierke, auch, weil Wannen oft verschmutzt zurückkommen.

Der Kartontest: Wie könnte der VVA-Karton 2.0 aussehen?

Außerdem bedeute die Wanne ein Mehraufwand im Handling, das sei in der VVA gemessen worden. Und so konnte der Gegensatz größer gar nicht sein, als Röttgen im Anschluss den Schlenker zur virtuellen Welt nahm und die Möglichkeiten aufzeigte, Leseproben der arvato in die Buchhändler-Website einzubinden. Das sei für Buchhändler völlig kostenlos und werde von den Verlagen finanziert. Sind sie einmal drin, werden sie genutzt: „Der Traffic auf den Leseproben kommt von der Buchhandelsseite“, so Röttgens Fazit.

Aline Eckstein

Aline Eckstein vom E-Commerce Center Handel beim Institut für Handelsforschung, berichtete über die Entwicklung der Nutzung mobiler Endgeräte: Jeder zehnte Kunde habe sich vor einem Kauf im Internet über sein Produkt oder über die Firma informiert. Dabei hätten Smartphones viermal so häufig die Nutzer erreicht als das Internet. Mit den All-Net-Flats habe sich die Marktsituation verändert, so dass Kunden einfacher und billiger ins Internet kommen. „Wir sind nicht mehr weit von der Massenmarkt-Durchdringung entfernt“, so die Marktforscherin. Die Einsteigernutzer seien gebildet und verfügten meist auch über die nötigen Mittel. Sie stellte vor, wie sich mobile Endgeräte für das Marketing als Händler nutzen ließen. Dabei komme es auf die Art der Werbung an, so Eckstein. Man müsse noch nicht einmal eine eigene mobile Anwendung programmieren lassen, mit relativ einfachen Mitteln sei es möglich, die Website auf eine mobile Nutzungsfähigkeit umgestalten zu lassen.

Carsten Schulte (c) Schnülle/VVA

Einer der von Schierke als neu vorgestellten Kunden berichtete über Veränderungen in der Kommunikation. Carsten Schulte von Egmont zeigte, mit welchen Ideen Egmont auf Facebook Kundenkontakte generiert. Dabei kommt der Verlag in bestimmten Fällen auf bis zu über 100.000 Kontakte für ein Produkt, für die ansonsten teure Anzeigen geschaltet werden müssen. Dabei steige der mobile Zugriff auf die Website ständig: „Das ermöglicht uns Kommunikation auf Augenhöhe mit uns bekannten Multiplikatioren. Wir nehmen dabei auch Kritik sehr ernst. Mit Facebook können wir einen Kanal für die Kritik der Menschen bieten.“

Am Abend ging es mit der Straßenbahn zum Abendessen ins DB-Museum zu den Wurzeln der Schienenmobilität in Deutschland.

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