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SBVV startet Preisbindungsaktion „JA zum Buch“ – Interview mit Dani Landolf

Dani Landolf
Foto: SBVV

Buchhändler und Verleger und natürlich auch Autoren setzen sich für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung in der Schweiz ein. National- und Ständerat haben dem Bundesgesetz über die Buchpreisbindung im März 2011 zugestimmt. Zahlreiche Parteien unterstützen die Preisbindung.

„JA zum Buch“ sagen auch die Gewerkschaften und die Stiftung Konsumentenschutz. Die kantonalen Erziehungsdirektoren treten bereits heute für eine Preisbindung bei Schulbüchern ein, sollte die Preisbindung nicht generell wieder eingeführt werden.
An vorderster Front gegen die Wiedereinführung der Buchpreisbindung kämpft Ex Libris. Sie haben die Jungparteien von SVP und FDP vorgeschickt, um das Referendum zustande zu bringen. SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf hat jetzt eine große Preeisbindungskampagne gestartet. buchmarkt.de hat nachgefragt.

Mit „JA zum Buch“ haben Sie eine nationale Kampagne für die Buchpreisbindung gestartet. Was passiert da konkret?

Dani Landolf: Wir werben mit Plakaten auf Bahnhöfen und Dias in Kinos, besuchen landauf landab Parteiversammlungen, geben den Medien Auskunft, sind in TV-Diskussionen, versuchen, die Branche zum Leserbrief-Schreiben zu animieren und sind im Netz aktiv – alles, um am 11. März möglichst viele Ja-Stimmen für die Preisbindung zu bekommen.

Warum der Retro-Look der Kampagne?

Heidi oder Jeanne d

Retro? Ich würde sagen: alte Werte attraktiv verpackt. Eine moderne Heidi als Jeanne d’Arc der Bücher.

Darf ich mir das so vorstellen, dass im Prinzip die gesamte Schweizer Branche mit Ihren Werbemitteln für die Preisbindung trommelt?

Fast die ganze Branche, leider nicht alle. Das ist für viele Medien ein gefundenes Fressen: Ein Dissident mit abenteuerlichen Thesen ist natürlich attraktiv.

Spielen die Medien in der Schweiz mit, oder kochen die ihr eigenes Süppchen?

Im Grossen und Ganzen ist die Berichterstattung fair, einzelne Redakteure jedoch singen noch immer das Lied vom freien Markt, der alles regelt. Dagegen ist nur schwer anzukommen.

Sie haben als Gegner ein Konsortium von Händlern, die Bücher nur so nebenher anbieten und natürlich Schnäppchenpreise wollen. Aber diese haben am Markt eine andere Macht als die Buchbranche. Sind Sie der David, der gegen Goliath kämpft?

Finanziell und am politischen Einfluss gemessen ja. Aber es gibt immer wieder Abstimmungen, die der David mit Geschick und etwas Glück gewinnt.

Andererseits ist die Liste der Unterstützer aus Politik, Kunst und Wirtschaft ist lang und suggeriert: Gefühlt haben wir schon gewonnen, oder?

Keinesfalls. Im Gegenteil: Der Weg ist noch lang und wir müssen um jede einzelne Stimme kämpfen, damit es reicht.

Alles zur Kampagne finden Sie hier: http://www.ja-zum-buch.ch/

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