„In den nächsten Jahren bleibt kein Stein auf dem anderen. Die Branche erlebt eine Umwälzung, wie sie noch keiner gesehen hat“, blickt Hanser-Verleger Michael Krüger im ausführlichem Interview mit der FAZ in die Zukunft. Gemeinsam mit Elisabeth Ruge, die jetzt Hanser Berlin aufbauen soll [mehr…], stellt er sich den Fragen über die weitere Entwicklung des Verlagswesens.
Die Bloomsbury-Idee, dem Haus, aus dem Ruge kommt, Bücher zu machen, die auch international durchsetzbar sind, findet Krüger offenbar charmant. Krüger ist sei für internationale Verlagskooperationen offen, betont er. In erster Linie plädiert er allerdings für Qualität: „Was wir hier tun können, ist, für gute Bücher sorgen“, allerdings unter den neuen Bedingungen. Auf die Frage, wo Hanser in zehn Jahren stehen könnte, wagt Krüger eine Antwort: „Ich glaube – etwas zitterig – schon, dass wir in zehn Jahren noch Bücher machen, aber man wird eben von Seiten der Autoren, von den Agenten gefragt, was tut Ihr eigentlich, um mein Buch im Netz zu verbreiten? Wir müssen auch da Antworten geben. Mittlerweile sind ja alle auf den E-Book-Zug aufgesprungen. Da wird es noch viel mehr Anbieter geben. Das heißt, dass auch der Buchhandel sich verändern wird. All diese Aspekte zusammengenommen, glaube ich, dass es klug ist, die Basis der qualitativ hochstehenden Sachen etwas zu vergrößern.“
Dazu passt die Aussage von Annette Beetz, Marketing-Geschäftsführerin bei GU, heute im anderen Fragebogen: „Die Frage muss also lauten, wie stellen wir sicher, dass wir unsere Leser – egal in welchem Medium – auch weiterhin für gehaltvolle Texte und gute Inhalte begeistern und sie in den Bann ziehen?“ [mehr…]
Über seine Nachfolge sagt Krüger: „Ich möchte die Synchronisierung der verschiedenen Verlagsaktivitäten noch zu einem Abschluss bringen, so dass alles klappt und funktioniert.“ Und: „Ich habe einen Vertrag bis zu meinem siebzigsten Geburtstag, also noch zwei Jahre.“