
Georg Kreisler (Foto) ist gestern in einem Krankenhaus in Salzburg gestorben. Das teilte seine Frau Barbara Peters mit. Kreisler starb im Alter von 89 Jahren an einer schweren Infektion. „Ich war die ganze Nacht bei ihm. Am Morgen ist er gestorben“, sagte Peters.
Zu seinen bekanntesten Stücken gehören die Lieder „Geh’n ma Tauben vergiften im Park“ und „Wie schön wäre Wien ohne Wiener“. In Wien wurde Kreisler am 18. Juli 1922 geboren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er als Jude nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland fliehen. 1955 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und startete in der legendären „Marietta-Bar“ seine Karriere als Musiker und Kabarettist. Er verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals wie die Komödie „Heut Abend: Lola Blau“. Als seine Texte Ende der 1960er Jahre zunehmend politisch wurden, verlor seine Kabarett-Serie „Die heiße Viertelstunde“ den festen Sendeplatz im Fernsehen und auch im Radio wurde er nur noch selten gespielt.
1975 zog Kreisler nach Berlin, wo er mit seiner neuen Lebenspartnerin Barbara Peters bis 1991 im Theater „Die Wühlmäuse“ auftrat und dort ein treues Publikum hatte. Mit Peters, die seine vierte Frau wurde, zog der selbst ernannte „Heimatlose“ 1992 nach Basel um, wo er sich unter anderem für eine eigenständige Schweiz und gegen deren EU-Beitritt engagierte. Im Grosso sind 19 lieferbare Titel verzeichnet, davon 13 Bücher. Zuletzt erschein von ihm Wien im Atrium-Verlag, Ein Prophet ohne Zukunftim Verbrecher Verlag und Letzte Lieder bei S.Fischer. Beim Label Hörsturz sind zahlreiche CDs mit seinen Liedern verlegt worden.