Der slowenische Autor Drago Jančar wird mit dem Prix Européen de Littérature für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Jančar wurde 1948 in Maribor geboren, studierte Jura, war PEN-Präsident und nahm eine kritische Haltung zum Tito-Regime ein. Dafür zahlte er mit einer Haftstrafe. Heute lebt er in Ljubljana und ist weiterhin politisch-publizistisch tätig. 1993 erhielt Jancar den Prešeren-Preis, 1994 den Europäischen Preis für Kurzprosa, 2007 den „Jean-Améry-Preis für Essayistik“. Seine Romane, Essays und Dramen wurden bereits in viele Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien in diesem Herbst sein Roman Nordlicht inneuer Übersetzung bei Folio.
Anlass für die Preisverleihung ist das 20-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit Sloweniens, für die sich der Autor maßgeblich und aktiv eingesetzt hatte. Der Preis wird seit 2005 jedes Jahr im Rahmen der „Grands Prix Littéraires de Strasbourg“ von der ACEL (Association capitale européenne des littératures) in Straßburg vergeben. Von Jančar, Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Essays und Dramen, sind im Folio Verlag bisher sieben Bände erschienen.