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Mechtild Borrmann im August auf Platz eins der KrimiZeit

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste von ZEIT, ARTE und NordwestRadio steht seit Langem wieder einmal eine deutsche Autorin: Mechtild Borrmann mit Wer das Schweigen bricht (Pendragon). Zuletzt schaffte es Andrea Maria Schenkel im Oktober 2007 mit Kalteis ( Edition Nautilus) auf Platz 1.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste sind:
Auf Platz 2 – Das Licht in einem dunklen Haus von Jan Costin Wagner
Auf Platz 3 – Tod auf Bewährung von Didier Daeninckx
Auf Platz 6 – Last Exit von Olen Steinhauer
Auf Platz 9 – Manhattan Karma von Walter Mosley

Die Dauerchampions:
Zum vierten Mal auf der KrimiZEIT-Bestenliste stehen Dominique Manotti: Roter Glamour und Reginald Hill: Der Tod und der Dicke. Zum dritten Mal wurden Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände und James Sallis: Der Killer stirbt ausgewählt. (Jurysprecher Tobias Gohlis)

Hier die komplette August-Bestenliste:

1. (8) Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht. Pendragon
Niederrhein 1939-1952/Mallorca 1998. Ein Missverständnis, eine Frage nach dem Grundwasserspiegel. Kleinigkeiten werden Indizien. Robert Lubisch sucht die Frau, deren Foto er im Nachlass des Vaters gefunden hat. Wie ein Zusammenbruch fällt die Geschichte über die Nachgeborenen her. Ein erstaunliches Buch über Liebe, Jugend, Schuld.

2. (-) Jan Costin Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus. Galiani Berlin
Turku/Helsinki/Karjasaari, 1985 und 2010. Engel haben keine Namen. Kommissar Kimmo Joentaas verschwundene Freundin so wenig wie die im Koma liegende Frau. Auch der Todesengel nicht, der erst die Todkranke und dann alle umbringt, die ihr Gewalt angetan haben. Finnische Mysterien.

3. (-) Didier Daeninckx: Tod auf Bewährung. Liebeskind
Paris 1920. In diesem endlich auf Deutsch erschienenen Roman stoßen Privatdetektiv Griffon und Kumpanin Irène auf Folge-Verbrechen des Großverbrechens Weltkrieg: Vertuschung, Mord-Verschwörung, Betrug. Spitzfedrig, Wort für Wort: Abrechnung mit dem Hurrapatriotismus.

4. (4) Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände. Folio
Italien 1992-93. Fortsetzung des grandiosen „Romanzo Criminale“. Politik & Mafia, Geheimnis & Gewalt, Liebe & Betrug. Die Cosa Nostra bombt, Polizist Scialoja dealt, Agent Rossetti schickt die Killer los. Italien vor Berlusconi. Autor & Richter de Cataldos Binnensicht – ein Thrill der Tatsachen. Bravourös, notwendig.

5. (1) Roger Smith: Staubige Hölle. Tropen
Kapstadt/KwaZulu-Natal. Dells Frau und Kinder sind verbrannt, er konnte entkommen. Dell und sein Rassist von Vater jagen den Mörder der Familie, einen Zulu-Killer. Der schnappt sich eine Jungfrau, um sich von Aids zu kurieren. Korruption, Aberglaube und Gewaltexzesse: das Südafrika des Roger Smith.

6. (-) Olen Steinhauer: Last Exit. Heyne
Berlin/New York/Pullach. Krieg dem Terror: „Tourist“ Milo Weaver, Agent einer geheimen CIA-Einheit, soll ein Kind liquidieren. Nicht mit ihm. Milos Befehlsverweigerung ist der erste Knoten in Steinhauers raffiniertem Netz aus Täuschung und Gegentäuschung. Das ist die Spionageliteratur nach 9/11.

7. (6) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke. Droemer
Mid-Yorkshire/Manchester. Nach einem Bombenanschlag liegt DSI Dalziel im Koma. Sein DCI Pascoe wächst auf der Suche nach der Wahrheit über sich hinaus. Terroristen, angebliche Terroristen, der Irakkrieg und England danach – Hill knüpft Fädchen zu Fallstricken. Kunstvoll, human, göttlich.

8. (2) James Sallis: Der Killer stirbt. Liebeskind
Phoenix, Arizona: Ein Junge, von den Eltern verlassen. Ein Berufsmörder, dem Kraft und Augenlicht schwinden. Ein Detective, dessen Frau stirbt. Ein Mann sucht den Mörder seines Vaters. Er will ihm danken. Leben – Sterben. Ein Buch vom Alleinsein: seltsam, traumhaft, betörend, hart. „Ihr müsst hinschauen!“

9. (-) Walter Mosley: Manhattan Karma. Suhrkamp
Philip Marlowe 2010 = Leonid McGill, schwarzer Privatdetektiv in New York City. Die Familie ernähren und beschützen, anständig bleiben in unanständiger Umgebung – das scheint unmöglich. Zumal McGills Suche nach 4 Männern Monster weckt und Mächtige aufschreckt. Klassisch gut.

10. (3) Dominique Manotti: Roter Glamour. Ariadne im Argument Verlag
Paris/Libanon 1985. Wie tickt die Elite der Franzosen? Zeitbombenmäßig, sexbesessen, machtgeil. Im Schatten des Präsidenten arrangiert Ex-Nazi-Kollaborateur Bornand Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Meuchelmorde. Und stolpert über eine fixe, harte Araberin: Noria Ghozali. Bitte mehr davon!

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, Dlf, BR | Sven Boedecker, »SonntagsZeitung« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

Zur Liste: www.buchmarkt.de/downloads/krimiliste.pdf

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