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Roger Smith: „Staubige Hölle“ auf Platz 1 der KrimiZEIT-Bestenliste im Juli

Die zehn besten Krimis für Juli 2011: Rund 1200 neue Kriminalromane erscheinen pro Jahr in Deutschland. Selbst ausgefuchste Leser verlieren angesichts dieser Masse den Überblick. Orientierung bietet aktuell die Juli-Ausgabe der KrimiZeit-Bestenliste von ZEIT, ARTE und NordwestRadio.

Auf den ersten drei Plätzen finden Sie im Juli 2011:
Roger Smith: Staubige Hölle (Tropen)
James Sallis: Der Killer stirbt (Liebeskind)
Dominique Manotti: Roter Glamour (Ariadne)

1. (-) Roger Smith: Staubige Hölle. Tropen
Kapstadt/KwaZulu-Natal. Dells Frau und Kinder sind verbrannt, er konnte entkommen. Dell und sein Rassist von Vater jagen den Mörder der Familie, einen Zulu-Killer. Der schnappt sich eine Jungfrau, um sich von Aids zu kurieren. Korruption, Aberglaube und Gewaltexzesse: das Südafrika des Roger Smith.

2. (2) James Sallis: Der Killer stirbt. Liebeskind
Phoenix, Arizona: Ein Junge, von den Eltern verlassen. Ein Berufsmörder, dem Kraft und Augenlicht schwinden. Ein Detective, dessen Frau stirbt. Ein Mann sucht den Mörder seines Vaters. Er will ihm danken. Leben – Sterben. Ein Buch vom Alleinsein: seltsam, traumhaft, betörend, hart. „Ihr müsst hinschauen!“

3. (4) Dominique Manotti: Roter Glamour. Ariadne im Argument Verlag
Paris/Libanon 1985. Wie tickt die Elite der Franzosen? Zeitbombenmäßig, sexbesessen, machtgeil. Im Schatten des Präsidenten arrangiert Ex-Nazi-Kollaborateur Bornand Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Meuchelmorde. Und stolpert über eine fixe, harte Araberin: Noria Ghozali. Bitte mehr davon!

4. (5) Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände. Folio
Italien 1992-93. Fortsetzung des grandiosen „Romanzo Criminale“. Politik & Mafia, Geheimnis & Gewalt, Liebe & Betrug. Die Cosa Nostra bombt, Polizist Scialoja dealt, Agent Rossetti schickt die Killer los. Italien vor Berlusconi. Autor & Richter de Cataldos Binnensicht – ein Thrill der Tatsachen. Bravourös, notwendig.

5. (1) Friedrich Ani: Süden. Droemer
München. Nach sieben Jahren Exil in Köln kehrt Tabor Süden zurück. Sein verschwundener Vater war am Telefon. Ex-Kommissar und Neu-Detektiv Süden sucht wie nie zuvor: nach dem Vater, nach Mundl, dem vermissten Kneipier. Südens Comeback zu den Verlorenen. Einzig, großartig.

6. (6) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke. Droemer
Mid-Yorkshire/Manchester. Nach einem Bombenanschlag liegt DSI Dalziel im Koma. Sein DCI Pascoe wächst auf der Suche nach der Wahrheit über sich hinaus. Terroristen, angebliche Terroristen, der Irakkrieg und England danach – Hill knüpft Fädchen zu Fallstricken. Kunstvoll, human, göttlich.

7. (10) Patrick Pécherot: Belleville-Barcelona. Edition Nautilus
Paris 1938. Nestor Burma – der Detektiv, den Leo Malet unsterblich gemacht hat – soll ein Bürgertöchterchen finden und landet plauz! im Weltbürgerkrieg. Waffen für Spanien, ein blutsaufender GPU-Killer, ein Zauberer und André Breton sind Pécherots Zutaten: Brillanter Histoire-Remix.

8. (-) Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht. Pendragon
Niederrhein 1939-1952/Mallorca 1998. Ein Missverständnis, eine Frage nach dem Grundwasserspiegel. Kleinigkeiten werden Indizien. Robert Lubisch sucht die Frau, deren Foto er im Nachlass des Vaters gefunden hat. Wie ein Zusammenbruch fällt die Geschichte über die Nachgeborenen her. Ein erstaunliches Buch über Liebe, Jugend, Schuld.

9. (9) Malla Nunn: Lass die Toten ruhen. Rütten & Loening
Durban 1952. Ex-Detective und Schauermann Cooper wird Zeuge des Mordes an einem elfjährigen weißen Jungen. Cop bleibt Cop. Cooper buddelt und wühlt üblen Dreck auf: Rassistischer Terror der Apartheid, Kalter Krieg, Paranoia. Authentisch und zornig. Südafrika aus Underdog-Sicht. Nunn zum Zweiten!

10. (7) Leif GW Persson: Der sterbende Detektiv. btb
Stockholm 2010. Johansson, Ex-Chef des Reichskriminalamtes, hat einen Schlaganfall. Am Krankenbett erhält er neue Indizien zum Mordfall Yasmine. Die letzte Meisterleistung des Detektivs: Vom Sofa aus klärt der Moribunde den Kindermord von vor 25 Jahren auf. Anrührend, witzig, elegant. Intelligente schwedische Arbeit.

Die monatlich erscheinende Krimi-Bestenliste existiert seit April 2005, als sie erstmals auf der Leipziger Buchmesse, damals noch als KrimiWelt-Bestenliste vorgestellt wurde. Seit März 2011 wird sie regelmäßig in der Wochenzeitung DIE ZEIT als KrimiZEIT-Bestenliste veröffentlicht, immer am ersten Donnerstag des Monats.

Vorgestellt wird sie
– im NordwestRadio ab Mittwoch, den 7.7.2011 mit Tobias Gohlis, u.a. 7.7. 8.50 Uhr im Nordwestradio journal
– unter www.arte.tv/krimiwelt mit Kurzrezensionen der Juroren, Kommentaren des Jurysprechers („What’s New?“) und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren („Krimiautoren A-Z“)
– in der Wochenzeitung DIE ZEIT am 7.7.2011
Monatlich wählen siebzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, Dlf, BR | Sven Boedecker, »SonntagsZeitung« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen
| Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

Zur Liste: http://www.buchmarkt.de/downloads/krimiliste.pdf

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