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Andreas Schmitt über die Freude bei Merlin zum Friedenspreis an Boualem Sansal

Die Bücher des diesjährigen Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels Boualem Sansal sind ausschließlich im kleinen Merlin Verlag erschienen. Wir haben bei Pressesprecher Andreas Schmitt nachgefragt, wie die Nachricht dort aufgenommen wurde.

Andreas Schmitt

buchmarkt.de: Wie ist die Stimmung bei Ihnen im Hause?
Andreas Schmitt: Grandios. Wir haben ziemlich positiven Stress, die ganze Zeit klingelt im Haus das Telefon. Erstmals haben wir Warteschleifen bei den Interviewanfragen unserer Verlegerin Dr. Katharina Meyer. Wir haben einige Listen abzuarbeiten, aber wir sind gut eingespielt und werden alle Bestellungen logistisch meistern.

Sind die Barsortimente eingerichtet?
Ja, wir haben guten Kontakt. Bisher sind alle Titel von Sansal lieferbar, die Nachbestellungen laufen.

Viele Bücher sind nur noch als Klappenbroschur lieferbar, die Preise sind zwar erfreulich hoch, aber denken Sie daran auch Hardvcover nachzudrucken?
Das sind hochwertige Bücher. Wir haben noch einzelne Titel als gebundene Bücher da, wie zum Beispiel Harraga, Das Verrückte Kind aus dem hohlen Baum und Erzähl mir vom Paradies. Das Dorf des Deutschen ist auch noch gebunden vorrätig.

Dr. Katharina Eleonore Meyer

Was bedeutet dieser Preis für Sie?
Viel. Denn Boualem Sansal wird seit 2003 bei uns gepflegt. Ihn hat unsere Verlegerin nach der Übernahme der Geschäfte als ersten Autor in das Haus geholt. Wir waren mit ihm sieben Mal auf langen Lesereisen. Es ist uns offenbar gelungen, doch auf ihn aufmerksam zu machen. Ganz ohne Eigenlob finden wir, dass er den Preis zu Recht erhält.

Warum?
Mit ihm wird ein Schriftsteller geehrt, der mit literarischen Mitteln sich für die Aussöhnung in seinem Land einsetzt und sich gegen die Machtspiele der Eliten engagiert. Erzählerisch verbindet er europäische und arabische Traditionen. Deshalb denke ich, dass der Börsenverein mit dieser Wahl die Zielsetzung dieses Preises ideal erfüllt. Entsprechend dankbar sind wir.

Wie ist die Reaktion der Presse?
Alle finden es mutig, dass der Stiftungsrat diesen unbequemen Geist ehrt. Deshalb erwarten wir uns viel davon. Auch hier wird positiv herausgehoben, dass seine Leidenschaft zu erzählen, sicher viele Leser ansprechen wird.

Fragen: Matthias Koeffler

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