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Peter Kurzeck im Düsseldorfer Heine-Haus

Philipp Holstein und Peter Kurzeck

Als Peter Kurzeck (Foto) im Frankfurter Literaturhaus (wo er den Roman auch öffentlich diktiert hatte) seinen neuestes Werk Vorabend (Stroemfeld) vorstellte [mehr…], mußte die Veranstaltung nach draußen übertragen werden, so groß war der Andrang. Das wäre gestern Abend auch im Düsseldorfer Heine-Haus gegangen: Obwohl immer gut besucht – so voll wie gestern war es selten.

Versprochen: Wenn Sie die Szene vom Jackenkauf (im letzten Drittel des Buches) gelesen haben, werden Sie nie mehr eine Jacke kaufen können, ohne an Peter Kurzeck und seine abwägenden

Kurzeck signiert

Bedenken beim Erwerb eines solchen Kleidungsstücks zu denken. Wie Sie auch nie mehr durch Frankfurt gehen können, ohne die raunende Stimme des ewigen Flaneurs Kurzeck zu hören… Kurzecks Prosa – immer augenzwinkernd – erzeugt bereits beim ersten Satz (egal, wo man eines seiner Bücher aufschlägt – einen Sog, der den Leser nicht mehr losläßt: eindeutig ein Fall für’s Suchtmittelgesetz.
Ja, Kurzeck hat für sein auf zwölf Bände angelegten Opus Das alte Jahrhundert (Vorabend ist der fünfte Band) den Büchner-Preis verdient, wie vielerorts im Feuilleton schon angeregt wurde. Nun muß er ihn nur noch kriegen – aber es gibt ja immer wieder ein nächstes Jahr dafür. Und wer ein solches Jahrhundert-Epos schreibt, ist a priori geduldig.

Philipp Holstein von der Rheinischen Post moderierte den Abend, der einmal mehr zeigte, daß Kurzeck ein begnadeter Interpret des eigenen Werkes ist (nachzuhören auch auf zahlreichen Hörbücher bei Supposé). Bereitwillig gab er Auskunft über die Entstehung seines aktuellen Buches: Da war ein dicker Manuskriptstapel, die Schreibmaschinenseiten immer wieder mit handschriftlichen Korrekturen umgegraben: „Außer mir hätte das keiner entziffern können.“ Also blieb nur, das Buch ins Reine zu diktieren, sagte Kurzeck seinem Interviewer, sonst hätte es Jahre gedauert, bis eine druckfähige Fassung fertig gewesen wäre. Und: Es wäre wahrscheinlich auch ein ganz anderes Buch geworden. Gut, daß es nicht so gekommen ist.

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