
Uli Hörnemann wird heute 50 Jahre alt. Der Essener Buchhändler Thomas Schmitz gratuliert dem Vertriebsleiter beim Berlin Verlag zum runden Geburtstag:
„Eines ist mir aber besonders wichtig, und ich möchte, dass du das schreibst«, sagt Uli Hörnemann und drückt die letzte Zigarette aus, da es Zeit wird aufzubrechen. Ein letzter Satz, und ich habe nichts hinzuzufügen. »Wenn auch der wirtschaftliche Faktor wichtig ist und wir Bücher in großer Zahl verkaufen wollen – es geht uns immer um Qualität. Wir geben uns nicht nur so, wir sind tatsächlich Büchernarren.“ (schmitzkatze 03, Mai 2007)
Dieser Satz klingt bei mir immer noch nach, denn nichts charakterisiert die leidenschaftliche Arbeit von Uli Hörnemann deutlicher als dieses vehement ausgerufene „Wir tun nicht so, wir sind authentisch.“ Bald zwanzig Jahre vorher hatte ich Uli kennen gelernt. Ich: frischer Inhaber einer kleinen Buchhandlung mit dem Hang, auch mal nicht Mainstream einzukaufen, er: Verlagsvertreter für Verlage wie Arche, Reise Know-How, Greno, Anrich, Pläne. Er kam meist in den frühen Abendstunden, oft müde vom anstrengenden Tag oder anstrengenden Buchhändlern, manchmal auch äußerlich ein wenig zerrupft. Aber saß er erst einmal in meinem Büro, stand der Kaffee („Bitte stark, schwarz, ohne Milch und Zucker“) auf dem Tisch, war die erste Zigarette angezündet, stellte er enthusiastisch seine Bücher vor. Und waren wir mit diesen Verlagen durch, kam eine neue Mappe auf den Tisch mit Verlagen, an die ich mich wirklich nicht mehr erinnern kann.
Auf meine häufig gestellte Frage: „Uli, muss das sein?“, kam immer nur ein knappes energisches „Ja.“ Und dann hat er weitergekämpft für sein Programm – engagiert, manchmal verbissen, aber immer charmant. Es gab Situationen, da winkte ich schnell ab mit der Begründung, das Buch brauche hier nun wirklich niemand.
Uli akzeptierte das immer sofort, stellte weiter neue Programme vor, und erst zum Schluss, wenn alle Bücher eingekauft und Neuestes über die Branche ausgetauscht war, kam die Frage: „Ihr habt da eben ein Buch überblättert, an dem mein Herz sehr hängt. Kann ich noch irgendetwas für dieses Buch tun? Denn ich möchte dich nicht verlassen, ohne dass ihr das eingekauft habt.“
Seine Zeit als Vertriebsleiter bei Reise Know How habe ich eigentlich immer nur als Intermezzo angesehen. Als er 2003 dann endlich seine neue berufliche wie private Heimat in Berlin gefunden hatte, freute nicht nur ich mich, nein, ich hatte den Eindruck, ganz Buchdeutschland freute sich für ihn.
Im Berlin Verlag macht Uli Hörnemann eigentlich konsequent da weiter, wo er als Vertreter aufgehört hat. Er bringt Bücher unter die Leute. Ich kenne keinen anderen Verlag, der so großzügig mit Leseexemplaren umgeht. Mein kleiner Buchmesse-Rucksack ist immer zum Bersten voll, wenn ich den Stand vom Berlin Verlag wieder verlasse. Das – behaupte ich – ist Ulis Handschrift. Es ist sein Motto: Unsere Bücher verkaufen sich nicht von alleine. Wir brauchen Buchhändler, die sie lesen und weiterempfehlen. Deshalb geben wir Ihnen gerne unsere Bücher.
Zum Geburtstag wünsche ich ihm alles Liebe und Gute.
Kontakt: u.hoernemann@berlinverlag.de
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