Im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Heidelberg diskutierten vergangene Woche der Ägyptologe Jan Assmann mit Franz Maciejewski über dessen „kühne Thesen“ (Assmann), die Franz Maciejewski in seinem neuen Buch „Echnaton. Die Korrektur eines Mythos“ Osburg Verlag aufstellt.
Jakob Köllhofer,Chef des DAI, hatte Patrick Bahners von der FAZ für die Moderation gewonnen. Bahners arbeitete sich im Laufe der leidenschaftlich geführten Diskussion von den Gemeinsamkeiten der beiden Debattanten zu den Unterschieden durch.

Vor über 200 Gästen entwarfen Assmann und Maciejewski, beide begnadete Erzähler, ihre Sicht auf Armana, Nofretetes „Sexualpolitik“ und den faszinierenden Pharao Echnaton. Begründete nun Echnaton den ersten Monotheismus oder war es, wie Maciejewski nachweist, eher der erste Gottesstaat? Maciejewski hat die Texte über Armana mit religionssoziologischen und ethnopsychologischen Methoden befragt und kommt auf die schlüssige Folgerung, dass es sich hier um die Gründung des ersten Gottesstaates handelt. Er habe „Aton/Amun“ durch „Ödipus“ ersetzt, so der Vorwurf von Jan Assmann, der die ganze Ägyptologie in Aufruhr versetzt sieht, so hoffe er jedenfalls.
Petra Lölsberg
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