Gestern Abend war Klaus Wagenbach in der ausverkauften Buchhandlung Proust Wörter & Töne zu Gast. Erstmals hatte die Essener Buchhandlung für einen Gast einen roten Teppich (Foto) ausgelegt.
Klaus Wagenbach war zwar darüber verdutzt („Ist der nicht Stars und Sternchen der Filmbranche vorbehalten?“), las dann davon aber unbeeindruckt vor einem begeisterten Publikum aus seinen kürzlich erschienenen Erinnerungen „Die Freiheit des Verlegers“. Er erzählte von frühen Begegnungen mit Grass und Ulrike Meinhof und diskutierte über Veränderungen der deutschen Verlags- und Buchhandelslandschaft.
Proust-Inhaber Beate Scherzer und Peter Kolling erzählen, warum sie sich vom Essener Lichtspielhaus „Lichtburg“ den Teppich ausgeliehen hatten: „Wenn einer, dann hat er das verdient – weil er 80 wurde und weil er seit über 40 Jahren wunderbare Bücher macht (für`s Hirn, nicht für Bestsellerlisten). Und weil er sich – allen ökonomischen Tendenzen zum Trotz – seine Unabhängigkeit bewahrt hat“. Anschließend gab’s für den Mitgründer der „Toskana-Fraktion“ einen „Rosso di Montepulciano“, was dieser mit geduldigem Signieren der Bücher fürs Publikum honorierte.