Eben kommt wieder der BranchenMonitor Buch des Börsenvereins mit den neuesten Umsatzzahlen für Juni über den Ticker, mit deprimierenden Zahlen für den Sortimentsbuchhandel:
Konnten die Vertriebswege Sortiment, Warenhaus, E-Commerce den Wonnemonat Mai noch mit einer schwarzen Null abschließen, mussten sie im Juni einen Umsatzrückgang von 1,1 Prozent hinnehmen – und dies, obwohl der Juni 2010 einen Verkaufstag mehr hatte als der Vorjahresmonat.
Aus dieser Entwicklung resultiere für das erste Halbjahr 2010 ein Umsatzrückgang von 0,5 Prozent. Auch der Sortimentsbuchhandel musste im Juni wiederum Umsatzeinbußen verschmerzen: Das Minus lag hier sogar bei 3,5 Prozent. Kumuliert führt dies zu einem Umsatzrückgang im Sortimentsbuchhandel von 4,2 Prozent in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei zeigt das erste Halbjahr, dass sich der Umsatz im Sortimentsbuchhandel im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung der Vertriebswege durchweg schlechter entwickelt hat – ein Indiz, dass das Internet zunehmend Käuferschichten an sich bindet. Der Rechnungsumsatz verzeichnete im Sortiment im Juni dank des Schulbuchgeschäfts ein Plus von 14,6 Prozent.
Ein Umsatzplus von einem Prozent konnte mit Hardcovern erzielt werden. Dem gegenüber hatten Hörbücher einen deutlichen Umsatzeinbruch von 10 Prozent. Aber auch Taschenbücher verzeichneten mit minus 4,4 Prozent einen Umsatzrückgang.
Umsatzgewinner im Juni war die Warengruppe Kinder- und Jugendbücher mit einem Umsatzanstieg von 5,2 Prozent. Positiv entwickelten sich auch die Bereiche Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (plus 2,6 Prozent) sowie Belletristik (plus 1,4 Prozent). Trotz der beginnenden Urlaubszeit entwickelte sich die Warengruppe Reise mit einem Minus von 5,8 Prozent negativ – evtl. ein Hinweis, dass man sich über Reiseziele zunehmend mittels des world wide webs informiert.
Aber auch die anderen Warengruppen zeigten einen Umsatzrückgang: Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 8,9 Prozent), Ratgeber (minus 7,2 Prozent), Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 5,8 Prozent) sowie die Warengruppe Sachbuch (minus 2,3 Prozent)