
Der amerikanische Schriftsteller Donald Windham, ist am 31. Mai, einen Monat vor seinem 90. Geburtstag, in New York gestorben.
1920 in Atlanta geboren, ging mit 19 Jahren nach New York, wo er bald dem Freundeskreis um Tennessee Williams und Truman Capote angehörte. Er veröffentlichte u. a. fünf Romane, einen Erzählungsband (1960 mit einem Vorwort E. M. Forsters erschienen), Erinnerungen an seine Jugend („Emblems of Conduct“, 1964) und an seine berühmten Freunde („Lost Friendships“, 1987).
2008 erregte die deutsche Erstveröffentlichung seines Debütromans „Dog Star“ (Lilienfeld) große Aufmerksamkeit und wurde vielfach mit Salingers später geschriebenem „Fänger im Roggen“ in Beziehung gesetzt. Bereits bei seinem Erscheinen 1950 wurde „Dog Star“ unter anderem von Thomas Mann, André Gide und Albert Camus hochgeschätzt. In diesem Sommer erscheint im Lilienfeld Verlag Donald Windhams „Zwei Menschen“ (1965); der Roman über das Liebesverhältnis eines Amerikaners zu einem Italiener in Rom, gilt als wichtiges Werk in der schwulen Literaturgeschichte der USA.
„Er hatte uns eigentlich versprochen, noch mehrere deutsche Ausgaben seiner Bücher mitzuerleben, aber daß es überhaupt dazu kam und kommen wird, hat ihm am Ende seines Lebens immerhin noch große Freude bereitet. Wir bleiben zurück mit dem Gefühl, ihn nicht lange genug gekannt zu haben, und hätten so gern noch mehr von ihm aus seinem Leben erzählt bekommen. Aber durch das, was er geschrieben hat, bleibt zum Glück auch sehr viel Gutes von ihm zurück“, so die Verleger Viola Eckelt und Axel von Ernst sowie Windhams deutscher Übersetzer Alexander Konrad über den Autor, den sie im vergangenen in New York besuchten und die Exemplare seiner deutschen Erstausgabe persönlich vorbeibrachten.