Bloomberg News brachte das Gerücht Ende letzter Woche bereits in den Umlauf, nun legt das Nachrichtenprotal nach. Amazon will möglicherweise im August einen neuen E-Reader vorstellen.
Auf den einschlägigen Medientechnik-Portalen wird nun schon fleißig zusammengetragen, was verfügbar ist. Das iPad scheint den Händlern aus Seattle mächtig im Nacken zu sitzen. Das neue Amazon-Device soll noch dünner werden und über ein schärferes Display verfügen. Touchscreen und Farbdisplay erteilt Amazon angeblich eine Absage, weiß das Portal ZDnet.de. Der Zeitpunkt würde einen Sinn ergeben. Damit könnte Amazon erneut das Weihnachtsgeschäft retten.
Bloomberg zitiert zwei Informanden aus Entwicklerkreisen, wonach es aber weder einen Touchscreen ein Farbdisplay geben werden. Dafür solle der Bildschirm schneller reagieren als bei den aktuellen Modellen.
Berichtet wird, dass Amazon Chef Jeff Bezos Anfang vergangener Woche auf der Hauptversammlung seines Unternehmens gesagt hatte, ein Kindle mit Farbbildschirm liege noch in einiger Ferne. Er habe verschiedene Dinge im Labor gesehen, sie seien aber noch nicht bereit für die Fertigung, zitiert ihn Bloomberg.
Etwa sechs Millionen Reader könnten dieses Jahr verkauft sein nach drei Millionen im letzten Jahr mutmaßt Forrester Research Inc. Geschätzt wird, dass Kindle in den USA einen Marktanteil von 60 Prozent erreicht hat gefolgt von Sony mit 35 Prozent.
Dass Amazon die technische Entwicklung sehr ernst nimmt, zeigt, dass das Unternehmen nun auch in die Fertigung der Hardware einsteigt. Nach einem Bericht der New York Times hatte Amazon Touchco übernommen, das flexible Multitouch-Panels entwickelt. Noch gibt sich Bezos aber zurückhaltend. Kindle soll auch künftig ein reines Lesegerät bleiben.
In einem Gastbeitrag auf blog.ebookreader-vergleich.de betont Dr. Marco Olavarria, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Kirchner&Robrecht, warum E-Reader weiterhin ihre Berechtigung haben. Diese Nutzer „suchen kein In-Produkt, sondern ein stilgerechtes Leseerlebnis. Und dann spielt der Preis natürlich auch noch eine Rolle. Der eReader ist in einfachen Ausführungen deutlich erschwinglicher als ein iPad, dessen über das Lesen hinausgehende Funktionen bereits durch den PC oder das Laptop erfüllt werden.“ Er glaubt aber, das E-Reader ein Nischenmarkt bleiben wird.