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Edel AG erwirbt Mehrheit an Zabert Sandmann

Diese Nachricht kommt überraschend und ist doch so überraschend nicht: Die Hamburger Edel AG hat 75% der Gesellschaftsanteile des Münchener Buchverlags ZS Verlag Zabert Sandmann GmbH erworben. Das wird eben durch eine Presseerklärung bekannt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1984 durch den damaligen Oetker-Marketingmann Friedrich-Karl Sandmann und den Food-Fotografen Arnold Zabert (BuchMarkt schrieb damals: „Der Sandmann kommt“) hat der Verlag immer wieder in den Bereichen Kochen, Wein, Gesundheit Furore gemacht und oft national und international Maßstäbe gesetzt. Den Anfang machte das legendäre Kochbuch mit dem roten Löffel, das eine ganze Generation „neuer“ Kochbücher einläutete.

Friedrich-Karl Sandmann wird den ZS Verlag, der in seiner Rechtsform und operativen Tätigkeit innerhalb der Edel-Gruppe selbständig bestehen bleibt, weiterhin als Geschäftsführer leiten und in seiner Funktion als Verleger verantwortlich zeichnen. Sandmann behält 25% der Anteile an der ZS Verlag Zabert Sandmann GmbH. Er hat darin Erfahrung:

Recht bald nach der Gründung und zu schnellem Wachstum hatte er damals Rolf Heyne als Mehrheitsgesellschafter. Sein mutiger Schritt, 2003 wieder die totale Selbständigkeit zu erlangen [mehr…], fand vor allem bei seinen Kollegen und im Handel große Anerkennung (u.a durch die Wahl zum Verleger des Jahres 2003). Dass er jetzt wieder die Mehrheit abgibt, hat mit Sicherheit keine finanziellen Gründe, vielmehr ist Sandmann davon überzeugt, dass nur starke Allianzen in der gegenwärtigen Marktlage eine Zukunft haben. Dabei spielen „Qualität und Autorenexzellenz“, und für beides steht ZS als Marke, eine entscheidende Rolle. „Nur wer in Zukunft, Autoren gewinnt, die in ihrer Kompetenz und Persönlichkeit nicht austauschbar sind, wird sich am Markt behaupten können“, so Friedrich-Karl Sandmann, der zahlreiche erfolgreiche TV-Kooperationen eingegangen ist.

Und für Edel-Chef Michael Haentjes bedeutet dieser Zukauf, dass er nach langem Suchen seine Wachstumsziele schneller erreichen kann – vor allem mit einem der kreativsten und „schnellsten“ Verleger an seiner Seite. Der kann umgekehrt (so die Absicht) künftig die Synergien einer größeren Gruppe nutzen. Ein Umzug des Verlags steht allerdings nicht zur Diskussion.

Der von seiner Frau, Dr. Elisabeth Sandmann (Präsidentin der Motovun Group Association, der größten Vereinigung illustrierter Buchverleger weltweit) gegründete Elisabeth Sandmann Verlag ist eigenständig und vom Verkauf nicht berührt.

Im Hause Edel war eben zur Feierabendzeit nur noch zu erfahren, dass sich die beiden Verleger seit Jahren kennen und schätzen und deshalb bereits seit langem im Gespräch darüber sind, wie sie die Verlage näher aneinander zu rücken können. Nochmals wird betont: Keinesfalls habe eine wirtschaftliche Notwendigkeit für einen Verkauf bestanden.

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