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Poth für die Welt

F. W. Bernstein

In der Romanfabrik in Frankfurt erinnerte gestern Abend F. W. Bernstein an den großen Karikaturisten und Satiriker Chlodwig Poth (1930-2004). Eigentlich war Anna Poth für diese Veranstaltung ebenfalls angekündigt, konnte aber krankheitsbedingt nicht mit anreisen.

Michael Hohmann, Chef der Romanfabrik, dachte in seiner Begrüßung laut an Zeiten, als Anna und Chlodwig Poth hier ihre Vorstellungen gaben, Michael Hohmann war es damals bestimmt, sich um den schweren Diaprojektor zu kümmern.

Unter den Zuschauern gestern befanden sich viele Bekannte aus der Titanic- und Pardon- Szene und der Neuen Frankfurter Schule; darunter Achim Frenz, Leiter des caricatura museums frankfurt, Hans Zippert, Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt, Bernd Eilert, Pit Knorr, Frank Wolff.

F. W. Bernstein alias Professor Fritz Weigle, einziger Professor für Karikatur in Deutschland, formulierte zu Beginn des Abends seine Romantheorie, der sogleich die Praxis in Gestalt von Auszügen aus Chlodwig Poths Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe, erschienen erstmals 1980 im Krüger Verlag Frankfurt, folgte. Schon hier klang ein Hinweis auf den zweiten Teil des Abends, der Poths Vorliebe für Wagner gewidmet war, an.
Doch in der vorgetragenen Passage geht es zunächst um Anna Poth, F. W. Bernstein las nicht nur, sondern zitierte auch melodisch den einen oder anderen Schlager – ganz zur Freude des Publikums.

Im Folgenden erläuterte F. W. Bernstein lautmalerisch den Unterschied zwischen Ingrimm und Missgunst. Dabei kommt er auch auf die Buchmesse, das Frankfurter Oktoberfest, zu sprechen.

Last exit Sossenheim von Chlodwig Poth erschien 1993 erstmals bei Knesebeck, München. Aus diesem Buch las F. W. Bernstein die hübsche Episode, in der eine fremde Figur auf Poths Bild auftaucht.

Den Abschluss des ersten Teils bildete Pit Knorrs Gedicht Vollmond.

Wie angekündigt drehte sich nun vieles um Richard Wagner. Zunächst geht es um eine Schubkarrenfahrt, bei der Richard seine Cosima durch Frankfurt schiebt. Zwar hat sie so nie stattgefunden, klingt aber bei Chlodwig Poth äußerst witzig.

F. W. Bernstein erwähnte ein gemeinsames Projekt mit Poth, ein Brief-Buch über Wagner, angedacht in den 1980er Jahren, leider nicht verwirklicht. Ein paar Seiten davon allerdings sind vorhanden.

Zur Zugabe treten Bernd Eilert und Pit Knorr mit auf die Bühne. Thema: Die Landsprachenprüfung oder die Schwierigkeit, den Kommunizierschein III zu erhalten.

Ein köstlich hintergründiger Abend, vergnüglich obendrein.

JF

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