Hier die komplette Lösung des Rätsels [mehr…]: Der aus Grimma bei Leipzig stammende Christoph Gottfried Eckart (1693 – 1750) erhielt 1722 von Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740) von Preußen das Privileg, in Königsberg/Pr. eine Buchhandlung zu eröffnen, die er 1746 seinem Konkurrenten, dem Drucker, Verleger und Buchhändler Johann Heinrich Hartung (1699 – 1756) verkaufte.
Nach dessen Tod während der Leipziger Buchmesse erlebte sie wechselnde Schicksale. Ab 1798 führen Johann Philipp Göbbels und August Wilhelm Unzer (1770 – 1847) die nunmehrige Hartungsche Buchhandlung, Göbbels scheidet 1808 aus der Firma aus, Unzer verkauft sie 1831 an seinen Sohn Otto Unzer (gest. 1871) und seinen Schwiegersohn Heinrich Eduard Gräfe (1799 – 1867) aus Hamburg. Die Buchhandlung firmiert seit dem 2. Januar 1832 als Gräfe und Unzer.
Otto Paetsch (1876 – 1927), ehemaliger Lehrling in der Firma, tritt 1902 als Teilhaber ein und wird 1927 Alleininhaber. Er ist es, der der Buchhandlung ihr modernes Gesicht gibt, die nun als „Haus der Bücher“ auftritt. Die Leitung übernimmt 1927 sein Schwiegersohn, der spätere Konsul Bernhard Koch (1900 – 1970).
1944 wird das Unternehmen durch Bombenangriffe zerstört. Koch verläßt Ostpreußen und erwirbt 1946 die Marburger Universitätsbuchhandlung Elwert, gibt sie aber 1950 an die ehemaligen Inhaber zurück, als sein Teilhaber Rudolf Stosberg einem Raubmord zum Opfer fällt. Im gleichen Jahr kauft er die Buchhandlung Wenzel in Garmisch-Partenkichen, die er in Gräfe und Unzer umbenennt. Nachdem schon von 1947 bis 1950 der Gräfe und Unzer Verlag in Marburg tätig geworden war, setzt er nach 1950 seine Arbeit in Bad Wiessee fort. 1956 siedelt der Verlag nach München über.
1955 war Kurt Prelinger (geb. 1931) in den Verlag als potenzieller Nachfolger eingetreten. Er wurde 1961 Mitgesellschafter und nach Bernhard Kochs Unfalltod auf der Rückreise von der Frankfurter Buchmesse im Jahre 1972 zunächst Alleingesellschafter. Später bringt Vertriebsleiter Dieter Banzhaf seine Vertriebsfirma Banzhaf Verlag in die Firma ein und wird dort Teilhaber. Die Tchibo-Affäre – der Verkauf von 800.000 Exemplaren von „Kochen heute“ über die Filialen des Kaffeerösters – hat in der Branche Ärger ausgelöst, dem Verlag aber eine Verdoppelung des Umsatzes eingebracht und ihn einem breiten Publikum bekanntgemacht. Schon „Arne Krügers Kochkarten“ waren 1967 eine bahnbrechende Innovation gewesen. Mit ihnen war der Food-Fotograf Christian Teubner zum Partner des Verlages geworden. Der Erfolg des Verlages beschleunigte sich, als Prelinger und Banzhaf sich entschlossen, sich von Programmsegmenten wie dem der Bavarica zu trennen und konsequent nur noch Ratgeber zu verlegen.
Prelinger und Banzhaf verkauften ihre Anteile 1990 an die Hamburger Ganske-Gruppe, unter deren Dach nun schon seit fast 20 Jahren die erfolgreiche Politik der Konzentration auf das Thema „Ratgeber“ fortgesetzt wird. Unter der Marke GU werden die Programmbereiche Kochen & Verwöhnen, Körper & Seele, Partnerschaft & Familie, Leben & Lernen, Haus & Garten und der Autorenverlag Gräfe und Unzer gepflegt. Unter der Marke Hallwag werden Weinliebhaber, unter der Marke Teubner Liebhaber anspruchsvoller Kochkunst angesprochen. Unter dem Portal „küchengötter.de“ baut sich seit 2007 eine Internet-Community rund ums Themen Kochen und Essen auf.