Während der Buchmesse hat die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen e.V. (AUB) ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Hier der Stand der Dinge, den uns die AUB mitteilt:
Zwei Bereiche standen im Vordergrund des Diskussion: In wirtschaftlicher Hinsicht die weitere Begleitung und Entwicklung des Verbundmodells, das bei der EK/ eG in Bielefeld angesiedelt ist. In branchenpolitischer Hinsicht wurden die Initiativen erörtert, die AUB im Juni 2009 auf Hauptversammlung des Börsenvereins in Berlin angestoßen hat.
In ihrer kritischen Bilanzierung des Verbundmodells waren sich alle Mitglieder einig,

Karin Esch
dass dieser Weg entschieden weiter beschritten werden muss. Mit dem Beitritt zahlreicher Buchhandlung zur EK, mit der Gründung der EK-Fachgruppe „Lesen & Erleben“ als Motor des Geschäftsbereiches Buch, mit der geplanten Schaffung einer eigenen Zentrallogistik, die alle Rationalisierungsspielräume zugunsten des Unabhängigen Sortiments ausschöpfen wird, verbessert sich die wirtschaftliche Perspektive deutlich. In der Kombination werden all diese Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit des Unabhängigen Sortiments nicht nur bewahren, sondern spürbar erhöhen. Auf einem Kongress im Frühjahr 2010 werden die Buchhandlungen, die nicht Mitglieder Fachgruppe „Lesen & Erleben“ sind, weitere Vorhaben entwerfen, die auf der Plattform EK realisiert werden.
Die AUB begrüßt ausdrücklich, dass mehr und mehr Verlagspartner und Zwischenhandelspartner das Unabhängige Sortiment als verläßliche und kooperative Größe wiederentdeckt haben. Um diese Entwicklung zu verbreitern und voranzutreiben, hat AUB bei den Buchtagen in Berlin zwei Anträge gestellt, die angenommen worden sind:
Zum einen wird der neue SoA, dem unser Mitglied Dieter Dausien angehört, darüber entscheiden, ob die von AUB angeregte Zukunftsstudie für das Sortiment erstellt wird – was AUB als einzig sinnvollen Schritt betrachtet. Denn bisher liegen viele Informationen und Erkenntnisse nur bruchstückhaft vor, sie sind nicht, was für einen echten Nutzeffekt erforderlich wäre, in Zusammenhang gebracht. Diese Studie soll Entscheidungsgrundlagen für das Unabhängige Sortiment liefern, anhand derer jede einzelne Kollegin und jeder einzelne Kollege bestmöglich zukunftsfähige strategische Ziele bestimmen sowie Investitionen tätigen kann. Zum anderen wirkt derzeit beim Börsenverein die von uns beantragte Arbeitsgruppe zur Konkretisierung des § 6,1 des Buchpreisbindungsgesetzes, in der von AUB Dieter Dausien und Hartwig Bögeholz vertreten sind. Die Mitwirkenden sind zuversichtlich, dass aus Sortimentersicht hilfreiche Formulierungen gefunden werden, die zur Klärung der „Angemessenheit“ von Konditionen beitragen. Auch für Verlage wird dies ein bedeutsames Mittel sein, um übermäßige Forderungen auf vertretbares Maß bringen zu können.
Bei den turnusmäßig anstehenden Vorstandswahlen kandidierte Uwe Fischer (Buchhandlung Fischer, Dormagen) diesmal nicht, da er neben seinen drei bisher bestehenden eine weitere Buchhandlung gründen wird, so dass keine Zeit für die ehrenamtliche AUB-Vorstandstätigkeit bleiben wird. Die Mitgliederversammlung dankt dem Kollegen Fischer für die Arbeit und die Impulse, die er in den vergangenen Jahren maßgeblich eingebracht hat. Als neues Vorstandsmitglied wurde einstimmig Karin Esch (Buchhandlung Lesezeit, Düsseldorf) gewählt. Die Vorstandsmitglieder Lutz Herberg (Bargteheider Buchhandlung), Christian Röhrl (Buchhandlung Bücherwurm, Regensburg) und Hartwig Bögeholz („Jürmker“ Bücherstube, Bielefeld) wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Um dem erhöhten Arbeitsaufwand gerecht werden zu können, kooptierte die Mitgliederversammlung einstimmig drei Kollegen zum Vorstand: Axel Brinkmann (Stadtbuchhandlung Geesthacht), Wilfried Lentz (BuK – Buch und Kunst, Hamm) und Wolfram Schwarzbich (Buchhandlung Bethel, Bielefeld).