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Die zehn besten Krimis im September / James Sallis neu auf Platz 1

Im September finden sich drei amerikanische Autoren auf den ersten drei Plätzen der KrimiWelt-Bestenliste: James Sallis, Richard Stark und Reggie Nadelson. Jeder repräsentiert einen eigenen Stil (amerikanischen) Krimischreibens.

Neu sind diesmal sieben auf einen Streich:

der Ire Ken Bruen mit seinem Übersetzer Harry Rowohlt,
der Österreicher Wolf Haas mit dem siebten Brenner-Roman,
der US-Amerikaner, Journalist und Romancier David Ignatius mit einem Spionageroman aus den Kellern der CIA,
der deutsche Autor Friedrich Ani mit einem Roman nach einem realen ungelösten Fall und Justizskandal,
der Engländer Warren Ellis mit einer grellen Satire auf die (Sexual-)Moral der USA,
die Anglo-Iro-Amerikanerin Tana French mit einem Epos über Identitätsfindung und –erschleichung in Irland,
der Südafrikaner Andrew Brown mit einer großen Doppelgeschichte über Rassismus und Gewalt im 17. und 21. Jahrhundert. (Jurysprecher Tobias Gohlis)

Hier die komplette KrimiWelt für September:

1. (7) James Sallis: Dunkle Schuld. Heyne
Im Hinterwald des Südens: Turner, Ex-Cop, Ex-Sträfling, Ex-Therapeut, hat sich aus allem zurückgezogen. Bis der Ritualmord an einem Tramp alles wieder aufwühlt. Das verpfuschte eigene Leben kommt bei der Suche nach dem Täter wieder hoch: Rückzug impossible. Großartiger erster Band der Turner-Trilogie.

2. (4) Richard Stark: Das Geld war schmutzig. Zsolnay
Massachusetts/Long Island: Im dritten Band mit Parkers Abenteuern müssen die leider markierten Millionen aus dem Überfall auf den Geldtransport einer Bank gesichert und offshore gebracht werden. Verbrecher Parker transportiert Utopisches: Dumme Gier zahlt sich nicht aus. Aber Kaltes Blut macht auch nicht reich.

3. (2) Reggie Nadelson: Kalter Verrat. Piper
New York: Artie Cohens Neffe Billy (14) hat schon einmal getötet. An Artie zehrt Misstrauen: Steckt Billy, auf Besuch aus der Psychiatrie, hinter neuen Mädchen- und Babymorden? Dabei muss Artie einen verschwundenen Müllmann suchen, auf der größten Müllkippe der Welt. Beste New-York-Tradition.

4. (-) Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus. Atrium
Galway: „Zwei Sekunden bis Getränk.“ Taylor ist Fachmann für Selbstzerstörung. Er schlägt, meist sich selbst. Sein Büro ist Grogan’s. Rundherum Tote. Drunter ein Mädchen, angeblich Selbstmord, wie etliche andere zuvor. Taylor torkelt. Bruchlandung: Noch nie war ein Detektiv so blau und belesen.

5. (-) Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott. Hoffmann und Campe
Wien/Kitzbühel: Brenner hat den sechsten Krimi überlebt, nun also der siebte. Der Ex-Polizist und Ex-Detektiv ist Chauffeur und kriegt sein Mündelkind entführt. Vom lieben Gott vielleicht, zur Strafe für Mama Doktors Abtreibungsklinik. Simon sucht Helena – und findet Gott. Welch Wunder! Oh jaa. Haaaas!

6. (-) David Ignatius: Das Netzwerk. Rowohlt
Washington/Istanbul/New York/Armenien: 1979. Ein Spion ist ein Spion ist. Edward Stone, Geheimdienstschlachtross, Spezialgebiet Destabilisierung, täuscht den Sowjets Unruhen in den mittelasiatischen Satrapien vor. Literarische Realsatire: Amerika plus Spinner = Krieg. Oder Scheinkrieg.

7. (-) Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht. Zsolnay
München: Seit sechs Jahren ist Scarlett verschwunden, ein Nachbarjunge als Mörder verurteilt. Eine Leiche wurde nicht gefunden – und jetzt hat ein Schulfreund Scarlett auf dem Marienplatz gesehen. Polonius Fischer sucht die Verlorene. Ani ganz bitter: Deutschland, ein Fiasko. Nach einem realen Fall.

7. (-) Warren Ellis: Gott schütze Amerika. Heyne
USA: Michael McGill hat den größten Scheiß seines Lebens am Hals. Eine halbe Million Spesen, ein Palm und eine polyamouröse Grenzgängerin – damit soll der popelige PI die Moral der USA retten. Ein ultrakomischer Ritt durch die abseitige Unterwelt von God’s Own Country. Höllenspaß.

8. (-) Tana French: Totengleich. Scherz
Dublin/Glenskehy: Detective Cassie Maddox schlüpft in die Rolle einer getöteten Frau, die ihr nicht nur gleicht, sondern auch den Namen trägt, unter dem Cassie Jahre zuvor als Undercover-Agentin niedergestochen wurde. Und gerät in eine Melange aus Kleinmädchenabenteuer und Außenseiterepos. Schön lang.

9. (-) Andrew Brown: Schlaf ein, mein Kind. btb
Stellenbosch, Südafrika: Im 17. Jahrhundert drangsaliert Master van der Keesel die Sklavenfamilie Boorman am Eerste River. Heute treibt die 19-jährige Melanie tot im selben Fluß. Zwei Stränge Geschichte. Brown entwickelt sie getrennt, mal realistisch, mal mystisch. Südafrikas Zerrissenheiten.

Die KrimiWelt-Bestenliste wird heute auch in der „Literarischen Welt“, in den Literatursendungen des NordwestRadios und im Internet unter www.arte.tv/krimiwelt vorgestellt.

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