Schon vom Weitem war Musik zu hören, neben der Bühne stand ein Softeisstand und eine Würstchenbude – nicht gerade das, was man gemeinhin mit verwinkelten Bibliotheken und verstaubten Archiven verbindet. Doch darum sollte es auch nicht gehen beim 2. Straßenfest der Leipziger Bibliotheken und Archive, das gestern vor dem ehrwürdigen Bau der Bibliotheca Albertina stattfand.
„Wir möchten Bibliotheken und Archive in einem anderen Kontext präsentieren“, erklärte Anke Hofmann, die als Bibliothekarin in der Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy arbeitet und dem fünfköpfigen Organisationsteam angehörte, das sich rund um den Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek Ulrich Johannes Schneider gebildet hatte. „Mit dem Stadtfestcharakter senken wir die Schwellenängste“, so Hofmann, „jeder kann vorbeikommen und sich informieren.“
Dreißig Leipziger Bibliotheken und Archive präsentierten sich in der Fußgängerzone zwischen Bibliotheca Albertina und Geisteswissenschaftlichem Zentrum der Universität. Neben bekannten Institutionen wie der Deutschen Nationalbibliothek, der Stadtbibliothek oder der Deutschen Zentralbücherei für Blinde waren auch kleinere Bibliotheken wie die Umweltbibliothek oder die Frauenbibliothek MONAliesA anwesend. Das Sächsische Staatsarchiv lud zum Buchbinden und Kalligrafieren, die Universitätsbibliothek bot Führungen durch Magazine und Ausstellungen, und auf der Bühne wurde nicht nur Musik, sondern auch Theater zum Besten gegeben.
Diese Mischung aus Informationen und Mitmach-Aktionen hatte bereits im vergangenen Jahr rund 4.000 Besucher zum Straßenfest gelockt. Und auch in diesem Jahr ging das Konzept der Leipziger Bibliotheken und Archive auf: Bei strahlendem Sonnenschein war die Fußgängerzone bestens gefüllt.
BX
6446 und 6447 altdeutsche Schrift üben: Aktionen des Sächsischen Staatsarchivs







