
Obwohl die Generalversammlung der LG Buch in Berlin wegen eines Fehlers bei der Ankündigung [mehr…] ausfallen musste, empfinden die Mitglieder die Jahrestagung als gelungen.
Eigentlich sollte am vergangenen Wochenende in Berlin die Jahrestagung der ältesten Genossenschaft der Branche Sonntag früh mit der Generalversammlung beschlossen werden. Als die Mitglieder aber eintrafen, erfuhren sie, dass die Versammlung nicht beschlussfähig sei. Die Einladung war drei Tage zu spät erfolgt. Laut Satzung muss sie spätestens drei Wochen vorher im Börsenblatt veröffentlicht werden.
Alfred Westermann, der die Tagung leitete, und der neue Geschäftsführer, Dr. Michael Fürtjes, betonten, dass diese Panne ärgerlich sei, der Satzung aber Folge geleistet werden müsse, da sonst jeder Beschluss anfechtbar sei. Als neuer Termin ist der 9. September dieses Jahres, als neuer Ort Frankfurt angekündigt worden. Die Einladung werde, versicherte Westermann, fristgerecht erfolgen.
Dass die angereisten 55 Mitglieder diese Nachricht auffallend gelassen aufnahmen, spricht für die positive Stimmung, die ansonsten während des Wochenendes geherrscht hatte. Uwe Schreiner von der Rathaus Buchhandlung in Frechen kommentiert: „Fehler passieren überall, wo Menschen arbeiten. Wir nehmen das gelassen.“ Ebenso sieht das Stephan Gräbener von der Buchhandlung Libreria in Fulda. Er sei trotz allem „guter Dinge“ nach Hause gefahren. Trotz des Aufwands und der Kosten sei das Wochenende ein erfolgreiches gewesen, der Austausch mit den Kollegen rege. Es herrschte eine Art Aufbruchstimmung.
Auf der Tagesordnung standen neben den Berichten des Vorstands und der Aufsichtsratsvorsitzenden Gabriele Wörner, deren Entlastung und Neuwahlen des Aufsichtsrats die eigene Zentralregulierung über die BAG und ein Antrag zur Verbindlichkeit der Teilnahme an verschiedenen Aktionen. Dies ist besonders hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Verlagen wichtig.

das Programm des Mare Verlags
Der LG-Buch ist in den letzten Jahren immer wieder vorgeworfen worden, den Verlagen zu wenig Verbindlichkeit zu bieten. Gerade an diesem Punkt ist in den letzten Monaten intensiv in einer Fachgruppe gearbeitet worden. Maja Mann, die für den Kosmos-Verlag mit der Fachgruppe neue Konzepte erarbeitet hat, lobte in ihrer Präsentation des Projekts ebenfalls die Motivation der beteiligten Händler und betonte, dass auf der Basis der vertrauensvollen Zusammenarbeit, die in der Fachgruppe herrsche, eine sinnvolle Zusammenarbeit verwirklicht werden könne. Der Verlag wolle nicht als Lieferant, sondern als Partner wahrgenommen werden. Ulrich Hörnemann vom Berlin-Verlag berichtete wie Mann von einer sehr positiven Umsatzentwicklung mit den Fachgruppenmitgliedern.
Für die Händler berichteten Beate Janning (Bücher Janning Altenberge), Jürgen Huß (bu-bu – der bunte buchladen, Wyk auf Föhr) und Anja Krauß (Ameis Buchecke, Hildesheim). Alle drei waren sich einig, dass auch auf kleinen Flächen die Teilnahme an den Aktionen möglich sei. Huss versuchte Vorbehalte von Kollegen zu zerstreuen, die nicht gern Titel, die von der Fachgruppe ausgesucht wurden, obligatorisch ans Lager nehmen wollen: „Ich wundere mich immer wieder über die Bücher, die kommen. Und ich wundere mich auch, dass wir sie verkaufen. Aber wir verkaufen sie.“
Auch bei den Verlagen kommt ein frischer Wind bei der LG Buch an. Anne Heimisch von Antje Kunstmann nahm nicht zum ersten Mal an der Tagung teil. Die Motivation von seiten der LG-Buch sei diesmal spürbar höher gewesen. Ebenso wie die Bereitschaft, den Verlagen verbindlich Leistungen zuzusichern, was besonders im Vortrag von Hermann Römer von der Buchhandlung am Park deutlich wurde.
bild(r,14308)Auf der Tagung war zudem Ronald Schild wieder für das E-Book unterwegs, Oliver Recklies hatte als kaufmännischer Leiter der BAG die neue Zentralregulierung der LG Buch vorgestellt, und Götz Mennenöh stellte die vollständige Umstellung seiner Buchhandlung auf Scala vor. Jochen Wörner spach über Unternehmensnachfolge und Klaus Danne, Geschäftsführer der Georg Kugelmann GmbH zeigte das Potential, das in Schreibwaren für Buchhändler steckt, auf. Sein Unternehmen kooperiert mit der LG Buch und rechnet auch über die BAG ab. Eine Ausnahme für die LG Buch, betont Thomas Bez, Geschäftsführer bei Umbreit.
Samstag abend lud der „Verlag des Jahres“ der LG Buch, der Ch. Links Verlag zu einer kleinen Führung entlang der (nicht mehr sichtbaren) Mauer und zum Abendessen.







