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Rainer Groothuis (50)

Rainer Groothuis

Rainer Groothuis wird heute 50 Jahre alt. Christian von Zittwitz gratuliert dem Gestalter zum runden Geburtstag:

Seit Jahren (wie vielen eigentlich?) treffen wir uns zu fünft während der Leipziger Buchmesse in einer interdisziplinären Runde. Wir haben im Medici einen Stammplatz am Fenster und reden über uns. Jetzt merke ich, wie das abläuft: Ich rede über mich („Ich bin ein toller Kerl“), über Geschäfte („BuchMarkt“ steht glänzend da), über Branchentrends („Wir bringen jetzt auch eine App fürs iPhone“), über unser Jahr („Online haben wir inzwischen um die 10.000 Visits jeden Tag), über Freuden („Mir macht die Arbeit wieder Spaß“), über Sorgen („Noch spüren wir die Krise nicht“) und sogar über Musikvorlieben („Ben Webster“). Da kommt dann allerdings auch Ulrich Sonnenberg mal zu Wort, der mit dem großen Saxophonisten mal im Zugabteil gesessen hat.

Ja, so ist das wohl, denn jetzt zum 50. Geburtstag von Rainer Groothuis am 11. Juni muss ich doch die anderen fragen, was sie von ihm wissen: Ulrich mahnt mich, nicht zu vergessen, dass Rainer der „Erfinder“ der schmalen roten Bändchen von Wagenbachs „Salto“- Reihe ist und dass er „nicht nur geborener, sondern sicherlich auch überzeugter Ostfriese ist, was sich u.a. in dem wunderschönen Photoband „Schwarzbuntes. Bilder aus Ostfriesland“ (leider vergriffen) und der Tatsache zeige, dass er „wie Otto aus Emden stammt“.
Michael Then vermerkt, dass der erklärte Bier-Trinker sich bei seiner Zuneigung zu Italien (ach ja, lieferbar ist aber in der Collection Rolf Heyne sein Venedig-Bildband „Romantische Gondelfahrt für die Augen«) bestimmt über italienischen Rotwein zum Geburtstag freuen würde; dazu sei auch er Rainers Ansicht , dass sich (Groothuis) „die Märkte weiter teilen, das ‚Oben’ aber quantitativ breiter werde, die Chance für alle, die mit Kulturprodukten handeln“ und erinnert an Rainers diesbezügliche Artikel in FAZ, ZEIT, SZ und anderswo. Und Gerald Schantin, gerade zum Präsidenten der Buchhändler Österreichs gewählt, verweist natürlich auf Rainers 2001 bei DuMont erschienenes Buch: „Wie kommen die Bücher auf die Welt?“. Das liegt inzwischen in fünfter Auflage vor und zeigt Deutschlands derzeit wohl besten und gesuchtesten Buchgestalter auch als Texter von Rang und leidenschaftlichen Branchenkenner.

Seit er sich 1996 selbstständig gemacht hat, ist ihm der Erfolg treu geblieben. Börsenvereinsvorsteher Dr. Gottfried Honnefelder hat die Ingredienzien dieses Erfolgs in seiner Rede zum zehnjährigen Jubiläum der Agentur seines Freundes so beschrieben: „In allen Schwerpunkten, die seine Agentur unter Rainer Groothuis in zehn Jahren gebildet hat – Buchgestaltung, Markenbildung, Handelskommunikation und Publikumswerbung – zeigt sich dieser Blick des Photographen, das Warten des professionellen Zuhörers, die Begriffsbildung des Schriftstellers und die Freude an Menschen, die der Lehrer hat. Das schätzen nach zehn Jahren nicht nur die Verlage, sondern Kunden weit darüber hinaus.“

Das sicherlich deswegen, weil Rainer Groothuis ihre Sprache spricht (wenn er mal zu Wort kommt). Sein Handwerk hat der gelernte Buchhändler erst als Herstellungs- und Werbeleiter bei Klaus Wagenbach gelernt, der ihn später zum Geschäftsführer machte. Rainer schwärmt noch heute: „Das war natürlich eine Zeit mit hohen Höhen und mäßigen Tiefen, aber, im großen Ganzen: Großartig – nirgends lernt man mehr als in kleinen Einheiten.“ Ich weiß: Die intellektuelle Neugier, die das Klima im Verlag prägte, bestimmt auch heute noch seine Arbeit in der Agentur (18 Leute arbeiten derzeit bei Groothuis, Lohfert,Consorten).

Rainer, seit ich von Dir weiß, dass Du zu Deinen Schwächen „begrenzte Geduld in sachlichen Fragen (wenn mir dreimal dieselbe Frage gestellt wird, beunruhigt mich das Gegenüber)“ zählst, sehe ich Dich auch als Held und Meister der Menschenführung, zumindest im Umgang mit mir. Schließlich ist jeder unserer langen Messeabende bisher in schönster Harmonie zu Ende gegangen.

Aber auch das gibst Du ja selber zu: „Ich habe manchmal zuviel Verständnis für privat-persönliche Angelegenheiten von Kollegen und Kunden; die Notwendigkeit, die Agentur auch als Unternehmen zu führen, bricht sich immer wieder mal an den ‚frühen linken Jahren’, z.B. bei Personalentscheidungen; mein Vertrauen in Menschen und deren Entwicklungspotenziale sehe ich allerdings als Stärke; kann von mir und meinem Geschmack absehen und gute Konzepte und Gestaltungen auch dann feiern, wenn sie meinem Geschmack nicht entsprechen, aber funktionieren.“

So wünschen wir Dir, dass sich Deine Träume von einem kleinen Haus an der italienischen Küste oder einer Wohnung in Venedig oder Paris bald erfüllen, wenn Du Dich nicht mehr um die Akquise kümmern musst, weil Kunden bei Dir weiter Schlangen stehen. Beeil Dich damit, Du weißt, das Medici hat inzwischen geschlossen, wir brauchen eine neue Bleibe für unser Fünfer-Treffen.

Kontakt: ahoi@glcons.de

Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

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