Der Deutscher Fachverlag (dfv) hat auch das Geschäftsjahr 2008 mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Der Umsatz stieg auf 135,7 Millionen Euro (plus 2,0 Prozent). Wachstumsträger seien – neben Print – Online-Angebote und Communities sowie der Kongress- und Veranstaltungsbereich.
Getrübt werden die guten Zahlen durch ein stagnierendes Anzeigengeschäft, beichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) heute morgen in seiner Printausgabe. Demnach hätten einige Titel einen zweistelligen Anzeigenrückgang zu verzeichnen. Dennoch blieb Klaus Kottmeier, Vorsitzender des Aufsichtsrats, anlässlich der Veröffentlichung der Umsatzzahlen 2008 der Frankfurter Verlagsgruppe optimistisch: „Der Deutsche Fachverlag ist gesund und stabil“, betonte er und kommentierte laut FAZ lediglich: „Das Anzeigengeschäft leidet in überschaubaren Grenzen.“
Mit einer Eigenkapitalqoute von mehr als 50 Prozent habe das Unternehmen die finanzielle Stärke für Zukäufe, ließ sich Kottmeier laut FAZ vernehmen. Demnach wolle sich das Unternhemen nicht nur im Ausland engagieren, fest stehe, dass man sich im Inland auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Informatinen stärker einsteigen wolle. So wolle man seinen „Ernährungsdienst“ unter dem Titel „Agrarzeitung“ in erweiterter Form auf den Markt bringen.
Die mehr als 60 Online-Angebote inklusive Communities seien für die Verlagsgruppe ein solider Wachstumsträger, heißt es in einer Pressemitteiluing des dfv. Der Gesamtumsatz der Online-Angebote konnte 2008 auf 5,4 Millionen Euro (plus 20,0 Prozent) gesteigert werden. „Der Deckungsbeitrag des Internet-Geschäftes liegt trotz anhaltend hoher Investitionstätigkeit auf einem guten Niveau“, heißt es laut Pressemitteilung.
Als sehr stabile Erlösquelle im Online-Bereich erweisen sich die bezahlten Abonnements bei den Onlineangeboten von Lebensmittel Zeitung (LZ|NET) und TextilWirtschaft (TextilWirtschaft.de). Während andere Medienhäuser über Pläne für Bezahlangebote im Internet nachdenken, hat der Deutsche Fachverlag diese damit bereits seit Jahren umgesetzt. Zuwächse sind auch bei den Online-Jobbörsen zu verzeichnen. Da sich der Stellenmarkt zu einem Teil ins Internet verlagert hat, wird Wert darauf gelegt, den vom Verlag betreuten Branchen professionelle Online-Jobbörsen anzubieten, die komfortable Serviceelemente enthalten. Neu entwickelt wurden Branchen-Communities für Hotellerie und Gastronomie sowie für Marketing, Medien und Werbung.
Außerdem habe sich der Ausbau des Kongress- und des Veranstaltungsbereiches, wie angekündigt, sehr positiv entwickelt. Mit Veranstaltungen, Kongressen und Seminaren erzielte der dfv 2008 einen Umsatz von 5,9 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 20,4 Prozent gegenüber 2007.
Der Deutsche Fachverlag hatte 2008 seine Veranstaltungskompetenz in der neu gegründeten Beteiligungsgesellschaft The Conference Group GmbH (TCG) konzentriert. Für 2009 sind etwa 50 Veranstaltungen geplant, die Zukunfts- bzw. Trendthemen großer Branchen aufgreifen.
Im Ranking der umsatzstärksten Fachzeitschriften in Deutschland (nach Bruttowerbeumsatz) ist der Deutsche Fachverlag wiederum als einziger Verlag mit drei Titeln (Lebensmittel Zeitung, TextilWirtschaft, HORIZONT) in der TOP-10-Liste platziert. Unter den TOP-25-Titeln ist der dfv mit fünf Zeitschriften vertreten.
Die Anzeigenumsätze in der Verlagsgruppe hielten sich mit 91,0 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (91,4 Millionen Euro). Eine wichtige Säule des Geschäftes stellt nach wie vor das Abonnements- und Vertriebsgeschäft dar. Mit einem Anteil von über 20 Prozent der Gesamterlöse sind diese Einnahmen betriebswirtschaftlich fest kalkulierbar und unterstützen ganz nachhaltig positiv das Anzeigengeschäft. „Unsere konstanten Vertriebserlöse sprechen dafür, dass die Leser auch oder gerade in Krisenzeiten Fachmedien zur beruflichen Orientierung benötigen“, so Dr. Rolf Grisebach, Sprecher der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlages.