
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Miriam Zöller, Geschäftsführerin des marixverlags, im Interview von Arno Widmann über preiswerte Bücher und anspruchsvolle Raritäten. Und sie erklärt darin, wie man als Verlag ein relativ exotisches Programm auch noch preiswert machen kann.
Wilfried F. Schoeller erinnert an B. Traven, der vor 40 Jahren in Mexiko gestorben ist: der König alles Geheimsniskrämer und Mystagogen. Aber auch eben ein Autor, der einen immer wieder in den Bann zieht, wenn man ein Buch von ihm aufschlägt.
Was Sie schon immer T.C. Boyle wissen wollten: FR-Leser konnten dem US-Autor Fragen schicken, und auf einer Lesung hat er sie alle beantwortet. Zum Beispiel, ob er sich literarisch an Obama abarbeiten wolle. Nein, sagte er, wolle er nicht.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Felicitas von Lovenberg meint, die Krise habe die Literatur erreicht. Weil viele Romane des Frühjahrs beweisen würden, das der Wahnsinn ganz normal sei. Ein Rundumschlag.
Schmidts Fotoalbum. Arno Schmidt als Fotograf ist ein eine Ausstellung in Regensburg, und mit SchwarzWeißAufnahme – Fotografie von Arno und Alice Schmidt aus drei Jahrzehnten hat Suhrkamp mehr als einen Begleitband vorgelegt. „Ein Amateufotograf? Allerdings!“
Faber & Faber haben Das Kapital von Karl Marx illustrieren lassen – großartig von Klaus Waschk! – aber ob man es dramatisieren kann? Die Chinesen versuchen es. Soll ein Musical draus werden. Kann man prima über die Kri-hi-se singen…
Mirko Bonné rezensiert Robert Olmsteads Der Glanzrappe (Eichborn), und Andreas Platthaus hat sich Umberto Eco Die Kunst des Bücherliebens (Hanser) vorgenommen.
Annotationen
Thomas Kunst Estermaga (Edition Rugerup) und Arkadi Babtschenko Ein guter Ort zu Sterben (Berlin).
Das Historische Archiv in Köln sucht ein neues Gebäude – das wundert uns jetzt nicht. Andreas Rossmann erklärt, wie in Köln um den Standort schon heftig geklüngelt wird.
Urteil in Sachen „Zeitungszeugen“ [mehr…]. Die Nachdrucke dürfen weiter verbreitet werden. Aber nur, wenn es Zeitungen betrifft, die vor dem 1.1. 1939 erschienen sind. Da greift ja dann das Urheberrecht…
Neue Sachbücher
Antje von Ungern-Sternberg Religionsfreiheit in Europa (Mohr-Siebeck).
Albrecht Wellmer Versuch über Musik und Sprache (Hanser), annotiert wird Klaus Garbers Das alte Königsberg (Böhlau).
Reiseblatt
Achim Szymanski Jenseitsreisen. Wir bringen Sie über den Jordan (Knaur).
Wolfgang Straub Salzburg – ein Reisebegleiter (Insel).
Irmtraud Schaarschmidt-Richter Japanische Gartenkunst (DVA).
Hans-Gerd Koch Kafka in Berlin (Wagenbach).
Die Welt
Kapital und Krise: Der Dietz Verlag kann ein Liedchen von singen. Umsatzflaute. Marx bekommt man auch bei Kröner.
Ohne Krise geht irgendwie gar nichts mehr: Jedenfalls bezeichnet Uwe Wittstock den amerikanischen Krimischriftsteller Raymond Chandler als den „großen Schriftsteller der Weltwirtschaftskrise.“ Ist vor 50 Jahren gestorben und hat somit das Krisen-Revival nicht mehr erlebt. Bei Diogenes bekommt man gleich sieben Chandlers aufs Mal in einer Kassette.
Auf Eltern junger Mädchen kommt jetzt auch eine gefährliche Zeit zu, vielleicht sogar eine Krise: Prinzessin Lillifee kommt in die Kinos. Die extrarosa Bücher von Monika Finsterbusch sind für Coppenrath aber keine Krise. Eher ein Glücksfall.
Süddeutsche Zeitung
Sechs von 30 Regalkilometern Archivbestand sind aus den Tiefen des Kölner U-Bahn-Schachts geborgen. Fehlt noch ein bisschen was…
Simone Veil hat im Jüdischen Kulturzentrum in München aus ihrer bei Aufbau erschienenen Autobiografie Und dennoch leben gelesen. Jeanne Rubner spricht mit der Auschwitzüberlebenden über die Schwierigkeiten des Erinnerns, das Schweigen in den Familien und Nicolas Sarkozy.
In Willy Vlautins Roman Northline (Berlin Verlag) findet Christoph Schröder stellenweise „etwas ungeheuer Authentisches, Zärtliches, Trauriges und Mitfühlendes zugleich.“ Vlautin ist im echten Leben der Sänger der Folkrockband Richmond Fontaine und hat für das Buch gleich einen Soundtrack komponiert und dem Buch als CD beigelegt. Two in one.
Um Christoph Martin Wielands Agathodämon verstehen zu können, muss der Leser gut vertraut sein mit der Geschichte des Römischen Reiches. Das Vorwort von Jan Philipp Reemtsma, der die Insel-Ausgabe mit Johanna und Hans Radspieler herausgegeben hat, hilft bei der schwierigen Lektüre.
Während Oscar Wilde wegen seiner Homosexualität vor Gericht stand, schrieb einer der besten Textkritiker und gleichzeitig einer der beliebtesten Dichter seiner Zeit, A. E. Housman, „in einem Schub poetischer Erregung eine Vielzahl von Gedichten nieder.“ Auch er homosexuell. Und zu dieser Zeit unglücklich verliebt. An ihn erinnert Johan Schloemann anlässlich seines 150. Geburtstags.