
Der MA-Spezialist COBU, der vor allem durch sein Partnerbuchhandlungs-Konzept bekannt geworden war, hat bereits Mitte Dezember einen Insolvenzantrag gestellt [mehr…]. Jetzt wurden die Hintergründe bekannt.
Vor genau zwei Jahren hatte COBU sein Pilotprojekt in Kleve gestartet – Buchhändler Matthias Hintzen übernahm damals, zusätzlich zu seiner eigenen Buchhandlung, als Franchise-Nehmer einen von COBU eingerichteten Laden in der City. Das Sortiment, das die Kunden in die Läden locken sollte, setzte sich hauptsächlich aus MA und Sonderausgaben zusammen, angereichert mit einigen Bestsellertiteln und Gebrauchtbüchern aus dem Bestand des Elbe-Team, den COBU nach dessen Insolvenz aufgekauft hatte.
Weitere Partner folgten, darunter auch die Sortimenterinnen Ursula Hessel und Maia Alexander, die einen COBU-Laden im Recklinghausener Löhrhof-Center betrieben.
Inzwischen haben die Partner das Projekt wieder aufgegeben – aus unterschiedlichen Gründen. Ursula Hessel z.B. begründete ihren Entschluss, den Laden aufzugeben, mit dem Umbau des Einkaufszentrums: „Mindestens ein Jahr lang hätten wir hier eine Baustelle gehabt – was sich auch im Kundenstrom ausgewirkt hätte. Diese Durststrecke hätten wir nicht überlebt.“
Dafür musste COBU nun mit offenen Forderungen aus den Partnergeschäften kämpfen, die wohl – vorsichtig geschätzt – im guten sechsstelligen Bereich liegen müssten. Dazu kommt noch, so munkelt man, dass ein Investor nicht gezahlt habe. COBU-Geschäftsführer Peter Kuss hat sich dazu allerdings noch nicht geäußert, er ist seit Monaten nicht erreichbar, reagiert nicht auf Mails oder Anrufe.
Wann das Insolvenzverfahren eröffnet wird, steht noch nicht fest. Insolvenzverwalter ist Thomas Linse von der Kanzlei Linse in Coburg.