Die Belegschaft der Wirtschaftsmagazine von Gruner + Jahr macht ihrem Ärger in einem offenen Brandbrief an Bertelsmann-Boss Hartmut Ostrowski Luft, heißt es heute auf kress.de.
Seit der Bekanntgabe der Pläne, die Redaktionen von „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ mit der „Financial Times Deutschland“ in Hamburg zusammenlegen, befinden sich die Mitarbeiter nach eigener Aussage im Schwebezustand. Der „hektisch gefasste Plan“ sei unausgegoren und undurchdacht. Die Einsparpotentiale seien falsch berechnet, die Synergien zu optimistisch und die Machbarkeit in der gesetzten Frist nicht analysiert, so der Betriebsrat in dem Schreiben.
Bis heute herrsche keine Klarheit, wie es in den kommenden Wochen weitergehen soll. Auch die Organisationsstruktur der geplanten Wirtschaftsredaktion sei unklar. Die gesamte Belegschaft befindet sich laut dem Brandbrief in einer „Schockstarre“. Der „wachsende Dilettantismus in der Verlagsführung“ mache das Projekt zu einem „Himmelfahrtskommando“. Das Verlagsmanagement könne keineswegs damit rechnen, genug Personal für die Wirtschaftsredaktion zusammen zu kriegen, heißt es.
Laut dem Betriebsrat gibt derzeit weder einen Anreiz noch eine vernünftige Motivationsgrundlage, bei dem „Hochrisiko-Projekt“ mitzuwirken“.