
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Zu schön das Titelblatt der FR heute: Einig versammelt unsere drei Lieblings-Sozen Clement, Lafontaine und Schröder, Überschrift: „Einer geht noch…“ Was für ein Verein!
Groß im Feuilleton: Der erste band der neuen historisch-kritischen Ausgabe von Goethes Briefen ist fertig (Akademie Verlag). Rolf-Bernhard Essig hat ihn sich angesehen: Der Band geben „wunderbare Einblicke in den Kopf des Genies“.
Preise
Die Académie de Berlin ehrt Tomi Ungerer, und Gerd-Peter Eigner erhält den Eichendorff-Preis, was uns besonders freut, da der Autor nach rund 10 Jahren wieder einen neuen (und großartigen Roman) Die italienische Begeisterung (KiWi auf dem Markt hat.
Annotationen
John Brockmann Das Wissen von morgen (S. Fischer) und Zoran Zivkovic Das letzte Buch (dtv).
heute 20.15 in der ARD, um gleich noch eine TV-Tipp unterzubringen – die Neuverfilmung von Siegfried Lenz’ Das Feuerschiff (HoCa) (u.a. mit Axel Milberg) wird ausgestrahlt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Berner Historiker Peter Blickle wird 70. Oliver Jungen würdigt den Jubilar: „Servile Untertanen gibt es in Deutschland erst seit 1789.“ Das tröstet uns nicht, was man angesichts gegenwärtiger Ereignisse ein exponentiales Zunehmen der Servilität feststellen kann. Heute tritt sie allerdings eher in Form von Apathie auf.
Endlich: Es gibt eine erste Biographie über den großartigen Tom Waits. Patrick Humphries hat sie geschrieben, und erschienen ist das Werk mit dem Titel Die vielen Leben des Tom Waits im Bosworth Musikverlag. Jan Wiele zeigt sich angetan von dem Werk, mault aber über die Übersetzung.
Martin Halter rezensiert Leitfaden zum Abfackeln von Schriftstellerresidenzen von Brock Clarke (Kein & Aber, und da gibt es an der Übersetzung nix zu tippen – aber die stammt ja auch von Harry Rowohlt.
Große Magritte-Ausstellung in Frankfurt: den Katalog gibt es bei Ludion, Antwerpen.
Süddeutsche Zeitung
Da es ja schon Richtung Jahresende geht, hat die Süddeutsche uns jetzt mal Zahlen zusammengestellt, die das Vorteil widerlegen, Kunst wäre nicht massentauglich. Das muss ausführlicher zitiert werden:
„Der Museumsgang, der Theater- oder Kinobesuch sind etwas für Schöngeister? Mag sein, aber dann wächst die Zahl der Schöngeister stetig. 113 Millionen Menschen begaben sich 2007 in ein Museum oder Ausstellungshaus, wie der Deutsche Museumsbund jetzt mitteilte.
Dies sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr – und das Vielfache von den Besucherzahlen der Fußballstadien: Gerade einmal 17,43 Millionen Zuschauer kauften in der Saison 2007/2008 ein Ticket für ein Spiel der ersten oder zweiten Bundesliga; im Vorjahr waren es noch weniger. 30,9 Millionen Besucher, Tendenz steigend, verbuchten dagegen die Bühnenkünste in der Spielzeit 2006/2007, also die deutschen Theater, Orchester und Festspielveranstalter. Davon strömten fast acht Millionen Zuschauer in die Theater, rund 5,8 Millionen besuchten eine Oper- oder Ballettaufführung, der Rest verteilt sich auf Konzerte, Operetten und Musicals. An den deutschen Kinokassen wurden 2007 124 Millionen Karten gelöst.“
Gemeldet wird, dass der Rattenfänger-Preis an Zoran Drvenkar und der Illustrator Martin Baltscheit geht, die den mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Kinderbuch „Zarah Du hast keine Angst, oder?“ bekommen.
Und auch die Süddeutsche meldet nun ebenfalls, das Gerd-Peter Eigner den eichendorff-Preis erhalten hat (Die italienische Begeisterung).
„Über den witzigsten Schriftsteller deutscher Sprache“ meint Max Goldt, der zum Wochenende den Kleist–Preis bekommen. Die Süddeutsche druckt die Rede von Daniel Kehlmann: „Nichts ist lustig ohne ein noch so kurzes Aufflackern echter Erkenntnis“.
„Planstaatliches Gepränge“, heißt die Überschrift zur Feststellung, dass Österreich jetzt auch eine Buchmesse habe. Doch unter der nach außen etwas steif wirkenden Festlichkeit hätten vor allem wenige Kleinverlage genutzt und ihre Chancen zu nutzen gewusst.
„Die Genialität des Schreibgehemmten“: Paul Philipp Hanske ist etwas unschlüssig, nach er Lektüre von Heinz Strunk Die Zunge Europas aus dem Rowohlt Verlag: Man sei sich nicht sicher, ob „der Sprachgebrauch künstlich lächerlich ist oder vielleicht doch unfreiwillig“.
Die Welt
„Grüße aus Streberburg“ Langenscheidt sucht das Jugendwort des Jahres – das haben wir aber schon früher gecheckt [mehr…].
Starkes Fernsehen: Auch die Welt bespricht Lenzens Neuverfilmung vom Feuerschiff – o.k., wir sind überredet und schalten heute Abend an.