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My Copy: Was hat der Buchhandel davon?

Mit seiner Ankündigung von MyCopy hat Springer Science+Business Media gezeigt, was mit E-Books alles möglich ist und welche Horizonte die Branche erwarten [mehr…].

Dem neuen Geschäftsmodell zufolge können alle registrierten Nutzer einer Bibliothek eine Softcoverausgabe der jeweils vorhandenen Springer E-Books zum eigenen Gebrauch bestellen. Voraussetzung dafür ist, dass die Bibliotheken das entsprechende E-Book-Paket zuvor bei Springer erworben haben. Auf der Buchmesse waren die softcover, die im PoD Verfahren erstellt werden, erstmals zu sehen. Buchmarkt.de traf Dr. Olaf Ernst, President eProduct Management & Innovation bei Springer und fragte, ob damit der Buchhandel aus dem Rennen sei.

buchmarkt.de: Was hat Sie zu diesem Schritt veranlasst?
Hauptziel ist es, die eBook Pakete attraktiver zu machen. MyCopy Softcoverbücher sind ja nur dann auf SpringerLink zu beziehen, wenn die Bibliotheken das entsprechende eBook Paket erworben haben. MyCopy ist in diesem Sinne kein Stand -alone-Produkt, es ist ein zusätzlicher Service zu unserem eBook Angebot. Und wir bedienen damit auch das Bedürfnis unserer Endkunden (dies wissen wir aus der eigenen Marktforschung), also der Wissenschaftler, die sehr gerne die Möglichkeit haben möchten, ein gedrucktes Exemplar des eBooks – in einer einfachereren Ausstattung und dann auch zu einem günstigeren Preis – direkt und bequem per Knopfdruck zu bestellen und auch nach Hause geliefert zu bekommen. Dies ist aus unserer Sicht ein sehr attraktiver Zusatzservice für Bibliotheken und Wissenschaftler zu unserem eBook Angebot.

Was hat der Buchhandel getan, dass er nicht mehr Ihr Partner ist? Sie hätten wie BOD ihm eine Druckmaschine in den Laden stellen können, das geht schneller und wäre Kundenorientierter.

Von unserem Ziel, die eBook – Pakete attraktiver zu machen, profitiert auch der Buchhandel, der in unsere eBook Vertriebsstrategie stark eingebunden ist : Etwa 60% unserer eBook Umsätze werden in Deutschland über den Buchhandel generiert. So gesehen ist MyCopy auch gut für den Buchhandel. Ausserdem glauben wir nicht, dass die in Ausstattung einfacheren MyCopy Bücher das traditionelle Buch ersetzen werden. Die bisherigen Erfahrungen aus den eBooks zeigen doch, dass die eBooks einen positiven Effekt auf die Nutzung aller Bücher, auch die der Printbücher haben. Generell ist die Idee einer POD Druckmaschine in einem Buchladen eine gute Idee, die sich sehr gut mit der MyCopy Idee vereinen ließe. Wenn es solche Entwicklunge im Buchandel gibt, ist Spinger immer offen über neue innovative Vertriebsmodelle zu reden. Letztlich ist für uns doch entscheidend, was der Endkunde will. Wenn er dies attraktiver findet, warum nicht? Dies sollte aber nicht die Option ausschließen, dass er einen Titel auch bequem per Knopfdruck direkt auf SpringerLink bestellen kann. MyCopy ist zunächst ein Pilot, den wir bewusst erst einmal in den USA testen, und nicht in Deutschland, wo die Buchhandelslandschaft anders geprägt ist. Dennoch ist für uns selbstverständlich, dass der stationäre Buchhandel für eBooks und Printbücher immer ein starker Partner sein und bleiben wird.

Verlagert sich damit der Vertrieb von Springer auf die Bibliotheken?
Die Frage ist nicht wirklich berechtigt, denn die Bibliotheken sind seit jeher unsere größten Kunden. Insofern lässt sich nicht wirklich von einer Verlagerung der Vertriebsaktivitäten in die Bibliotheken sprechen. Wenn eine Bibliothek ein eBook Paket erwirbt, wird der Zugang zu dem MyCopy Service für die registrierten Nutzer der Bibliothek sofort frei geschaltet. Die Bibliotheken bekommen einen Mehrwert zu dem Erwerb der eBooks angeboten, der für sie mit keinerlei Mehraufwand verbunden ist.

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