Was bereits schon zu hören war, wird nun auf der Frankfurter Buchmesse offiziell. Klaus Altepost, Verlagsleiter des Gütersloher Verlagshauses hat auf der Buchmesse für das

Frühjahr 2009 einen weiteren Band von Michael Winterhoff angekündigt.
Der Titel stand bis zur Buchmesse noch nicht fest. Jetzt ist auch der klar: Tyrannen müssen nicht sein. Warum Erziehung allein nicht reicht – Auswege, heißt es auf dem neuen Cover ab Januar 2009. Hat ein zweites Buch Verkaufspotenzial? buchmarkt.de fragte nach:
Buchmarkt.de: Das Buch von Winterhoff hat eine Erziehungsdebatte angestoßen. Was hat den Erfolg ausgemacht?
Altepost: Das Buch hat genau den Nerv der Zeit getroffen. Winterhoff beschreibt in seinen Fallbeispielen die Wirklichkeit mit Kindern und Jugendlichen, wie sie sich heute vielen Eltern, Erziehern und Lehrern präsentiert. Er formuliert daraus jedoch weder Vorwürfe und Schuldzuweisungen, noch hat er einfache Erziehungsratschläge parat. Sein Ansatz, fehlende psychische Reifeentwicklung sowie Beziehungsstörungen als Grundlage der Probleme zu definieren, ist so noch nicht entworfen worden. Das haben die Leser gemerkt und diesen positiven Eindruck offensichtlich auch weitergetragen. Denn die Verkaufszahlen stiegen nach Erscheinen erst langsam, dann aber immer schneller in Höhen, die wir uns alle vorher nicht vorstellen konnten. Das Buch ist ein klassisches Debattenbuch: ein Thema, das viele Menschen interessiert, eine provokante These, ansprechend geschrieben, diese Mischung hat es gebracht.
Nun wollen Sie eine Fortsetzung herausbringen. Reiten Sie eine Welle oder hat sich die Diskussion entwickelt, und wenn ja in welche Richtung?
Die Diskussion hat sich in zahlreichen Interviews, TV-Auftritten und persönlichen Gesprächen von Michael Winterhoff mit seinen Lesern enorm entwickelt. Es gab sehr viel Zustimmung, aber auch konstruktive Kritik, die ins zweite Buch einfließen wird. Mit Wellenreiten hat das nichts zu tun, Winterhoffs erstes Buch war eine reine Analyse der Missstände. Das wird im zweiten Buch natürlich aufgegriffen, dann aber mit konkreten Hinweisen auf Auswege aus der Misere verknüpft. Dieser Aspekt fehlte vielen Lesern, war aber auch bewusst im ersten Buch ausgespart worden, um zu verhindern, dass man sich nur auf Lösungen stürzt, ohne die Hintergründe verstanden zu haben.
Worin sehen Sie also das Verkaufspotenzial?
Michael Winterhoff war in den vergangenen Monaten enorm präsent in den Medien und ist es immer noch. Das Interesse an seinem Buch ist nie abgeflaut und wird auch das zweite in den Markt tragen. Zumal die Fehlentwicklungen, um die es bei ihm geht, immer deutlicher sichtbar werden. Das Potenzial des zweiten Buches ist somit eher noch größer als das des ersten.