
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Nazim Hikmet, der türkische Dichter (gestorben 1963) ist eine Legende. Ihn wieder zu lesen (z.B. Die Namen der Sehnsucht bei Ammann und Die Romantiker bei Suhrkamp) sei beglückend, findet Martin Lüdke. Er hat auch einen Nachruf auf die „vergessene, große Dichterin“ Christa Reinig [mehr…] geschrieben.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bücher von Politikern werden – zumal in den heutigen Tagen mehr und mehr zum „Risikopapier“ – kommentiert die FAZ. Wie auch anders? Tagespolitisches Geschwätz zwischen Buchdeckeln hat manchmal eine gen Null Halbwertszeit (oft korrespondierend mit der Menge wahren Inhalts). Jetzt hat es wohl Friedrich Merz bei Piper erwischt: Mehr Kapitalismus wagen heißt das Buch des gern vollmundig dahertönenden Finanzexperten, der im Moment auffälliglaut die Klappe hält: „Auf direktem Weg zur Resterampe, tauglich allenfalls als Scherzartikel unter entlassenen Bankern.“
Feinste Schwindelliteratur sei Roberto Bolanos postum veröffentlichte Autobiographie Exil im Niemandsland (Berenberg), findet Florian Borchmeyer. Ein wunderbares Buch für Bolano-Fans, die sehnsüchtig auf die Veröffentlichung des Mammutromans 2666 warten.
Lorenz Jäger schreibt einen Nachruf auf Christa Reinig.
Die Welt
„Selbst ist der Mann“ titelt Thomas Lindemann zu Holm Friebes und Thomas Ramges Marke Eigenbau (Campus).
Zum Filmstart seines Romans Krabat wird Otfried Preußler mit Joanne K. Rowling verglichen, „was seinen Rang gründlich verkennt“, findet Wieland Freund.
„Geläuterter Grenzgänger“ heißt Hendrik Werners Rezension von Burkhard Driests Sommernachtsmord bei LangenMüller.
Bundespräsident Köhler hat 42 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik gewürdigt, darunter auch die Verlegerin Friede Springer.
Süddeutsche Zeitung
Zum Tode Christa Reinigs schreibt Helmut Böttiger.
Dieter E. Zimmer hat eine Hommage auf Nabokovs Lolita verfasst: Wirbelstürme Lolita. Auskünfte zu einem epochalem Roman heißt das bei Rowohlt erschienene Werk.
Christian Welzbacher rezensiert Ursula Büttners Weimar. Die überforderte Republik (Klett-Cotta).
Neue ZürcherZeitung
Martin Zähringer stellt die Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika e.V. vor, die sich jetzt endlich etwas kürzer zur Litprom e.V. umbenannt hat, ohne dabei ihre Ziele zu verraten. Sie betreibe Literaturförderung nicht gewinnorientiert und betreut das Übersetzerzentrum und das Internationale Zentrum bei der Frankfurter Buchmesse.
„Leichenschändung bei den Hinterwäldlern“: Eine packende, verwirrende Erzählung sei Der Vampir von Ropraz von Jacques Chessex, der bei Nagel & Kimche erschienen ist, meint Peter Urban-Halle.
Eine weitere Erzählung diesmal des Norwegers Jon Fosse begeistert Andreas Breitenstein unter „Ramuz im Reagenzglas“, Fosses Schlaflos ist bei Rowohlt erschienen.
„Baum der Täter, Baum der Toten“: Ramiro Pinilla mache in Der Feigenbaum die versteckten Opfer des Spanischen Bürgerkriegs sichtbar. Albrecht Buschmann meint zur dtv-Ausgabe: „Was für ein eigenartiges, was für ein besonderes Buch.“