
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken heißt Artur Beckers bei weissbooks.w erschienener Roman. Ein 470-Seiten-Epos, das der deutsch-polnische Autor da geschaffen hat, schreibt Johannes Schneider und meint, der Autor sei mit dem Roman grandios gescheitert.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ greift das dumme Geschwätz von Horace Engdahl auf, der als Sekretär des Nobelpreiskomitees die amerikanischen Autoren samt und sonders für zu dämlich hält, um den Nobelpreis zu kriegen [mehr…]. Hubert Spiegel sieht in den Äußerungen freilich etwas ganz anderes: Wie, wenn Engdahls Äußerung darauf zurückzuführen wäre, dass die Kandidaten Roth, Updike oder Pynchon tatsächlich ganz oben auf der Liste stehen?
Frank Schirrmacher erhält den Kulturpreis Kataloniens.
Oliver Jungen rezensiert Alina Bronskys Roman Scherbenpark (Kiepenheuer & Witsch) [mehr…] – ein „gelungenes Debüt“.
Friedmar Apel bespricht den Roman Verse auf Leben und Tod von Amos Oz, der bei Suhrkamp herausgekommen ist.
Annotationen
Hans-Gerd Koch Kafka in Berlin (Wagenbach) und Bov Bjerg Deadline (Mitteldeutscher Verlag).
„Entlassen Sie mich, und zwar sofort“, heißt ein Artikel von Jörg Döring und Rolf Seubert zu Alfred Andersch und den Zweifeln, die an seiner Biographie aufgekommen sind. „Ein Radiogespräch belegt biographische Retuschen“, behaupten sie.
In Moskau geht der Zoff weiter: Die Kommunisten sträuben sich hartnäckig gegen eine Solshenyzin-Straße. Nicht sehr lernfähig, diese Klientel.
Im Reiseblatt
Simone Sassen Ultima Thule – Eine Reise nach Spitzbergen (Schimer/Mosel).
Die Welt
Auch Wieland Freund „widmet“ Herrn Engdahl ein paar Zeilen: H. E. „…etwa muss man sich als einen isolierten und unwissenden Europäer vorstellen. Kein Wunder, dass er in einer eilig nachgereichten Erklärung buckelnd von einem ‚Missverständnis’ spricht.“ Das mit dem Rausreden aufs Missverständnis könnt er von deutschen Politikern á la Oettinger gelernt haben, als der auf die Schnauze fiel mit dem Versuch, Filbinger zu einem Widerstandskämpfer umzumodeln. Bleibt die Frage: Was hat so eine Dumpfbacke in diesem Job verloren?
Süddeutsche Zeitung
Können wir gleich weitermachen im Thema: Auch Burkhard Müller knöpft sich Engdahl vor. Und weist darauf hin, dass der Job in Stockholm eigentlich zu strikter Neutralität und Verschwiegenheit verpflichtet. Sollte man ihm da nicht zumindest mal ne Abmahnung schreiben? Aber, wie wir schon wissen, will Engdahl ja dann doch eigentlich nix gesagt haben. Mal sehen, wer ihm diese dumme Ausrede glaubt.
Neue Bücher übers Vater-Sein: Alex Rühle hat sich Dieter Thomä Väter. Eine moderne Heldengeschichte (Hanser) und Robert Habeck Verwirrte Väter Oder: Wann ist der Mann ein Mann (Gütersloher Verlagshaus) angesehen.
Gustav Seibt schreibt über Erfurt in seinem höchsten Glanze während der Monate September und Oktober 1808 von Theodor Ferdinand Kajetan Arnold (Ulenspiegel Verlag) – eine Reportage vom Fürstentag. War ihm wohl nach seinem Goethe- und Napoleon-Buch noch ein bisschen historisch ums Herz?
Neue Zürcher Zeitung
Ursula Seibold-Bultmann hat sich in Weimar die Jakob Philipp Hackert-Retrospektive angesehen, zu der Hatje Cantz einen Katalog gemacht hat.
Engdahl (jawoll, der schon wieder!) möchte man im Moment wirklich nicht sein. Auch Andreas Breitenstein ist entsetzt über dessen Äußerungen und sieht die Würde des Preises ernsthaft beschädigt. Hat er ja nicht unrecht damit …
Bernadette Conrad rezensiert Gwendoline Rileys Cold water (Schöffling & Co.), aber eigentlich erzählt sie nur die Handlung nach.
Dominik Busch bespricht zwei Bücher von Emil Angehrn: Die Frage nach dem Ursprung (Wilhelm Fink) und Wege des Verstehens (Königshausen & Neumann).
Morgen in der NZZ: Ein Interview mit Paul Auster und Denis Johnsons Vietnam-Roman Ein gerader Rauch (Rowohlt).