Nachdem die Autorin bereits den Solothurner– und den Heimito-von-Doderer-Preis zugesprochen bekommen hat, erhält sie auch den mit 4.000 Euro dotierten Hertha Koenig-Literaturpreis für ihren Roman „Heimsuchung“ (Eichborn Berlin).
Die Jury des seit 2004 nunmehr zum dritten Mal verliehenen Preises (bislang an Irina Korschunow und Ulla Hahn) möchte damit Jenny Erpenbeck als eine Autorin würdigen, „deren Prosa mit poetischer Kraft deutsche Geschichte spürbar und nachfühlbar macht.“
Die von der Gesellschaft gewählte Preisträgerin kann darüber hinaus ihrerseits eine Nachwuchsautorin für den mit 1.000 Euro dotierten sogenannten „Kleinen Hertha Koenig-Preis“ vorschlagen. Jenny Erpenbeck spricht den Förderpreis der jungen Stuttgarter Lyrikerin Susanne Stephan zu.
Mit dem Hertha Koenig-Literaturpreis wird alle zwei Jahre eine deutschsprachige Gegenwartsautorin für ihr Lebenswerk oder einzelne hervorragende Veröffentlichungen im Bereich Prosa oder Lyrik gewürdigt.
Vergeben wird der Literaturpreis von der 1994 gegründeten Hertha Koenig-Gesellschaft als Hommage an die Schriftstellerin und Kunstsammlerin Hertha Koenig (1884-1976), die in den Zwanzigerjahren des zurückliegenden Jahrhunderts neben Ricarda Huch als bedeutendste deutsche Lyrikerin galt. Auf ihrem Gut Böckel im Teutoburger Wald waren u. a. Oskar Maria Graf, Carl-Jakob Burckhardt, Martin Heidegger und Theodor Heuss zu Gast, Rainer Maria Rilke verbrachte dort mehrere Monate.
Die Verleihung des Hertha Koenig-Literaturpreises findet am Abend des 3. Dezember auf Gut Böckel in Rödinghausen bei Herford statt. Die Laudatio wird die Journalistin und Autorin Felicitas von Lovenberg halten.
Weitere Informationen zur Hertha Koenig-Gesellschaft unter www.gutboeckel.de.