
Gestern Abend wurde die Ausstellung „Alphabet & Zeichenstift“ im Bilderbuchmuseum auf Burg Wissem in Troisdorf eröffnet. Rund 200 Gäste hörten die Rede von Andreas Platthaus, Feuilletonredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, und sahen die rund 100 ausgewählten Originalillustrationen aus allen Schaffensperioden der Künstlerin.
Tagsüber hatten sich bereits rund 100 Teilnehmer bei einem Workshop unter dem Titel „Text und Illustration sind ein seltsames Paar“ ausgetauscht. Für Kinder ab fünf Jahren gibt es am 6. September noch einen weiteren Workshop: Dann wird Rotraut Susanne Berner zeigen, wie man Wimmel-Leporellos selber macht. Die bei Gerstenberg erschienenen Wimmelbücher gehören zu den erfolgreichsten Büchern der Künstlerin.
Anlass der Werkschau ist der 60. Geburtstag von Rotraut Susanne Berner, die sich auch in der Stiftung Illustration engagiert, die dem Museum angegliedert ist. Berner hat inzwischen über 80 Text- und Bilderbücher sowie rund 800 Buch-Einbände für Kinder und Erwachsene illustriert und wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet – darunter im Jahr 2006 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für das Gesamtwerk eines Illustrators.
Zur Ausstellung ist im Hanser Verlag das von Armin Abmeier herausgegebene Buch „Alphabet & Zeichenstift“ erschienen, in dem sich Schriftsteller, Kritiker, Illustratoren und Verleger mit dem Werk Berners beschäftigen. Das ist wie die Ausstellung wunderschön geworden.
So erklärt Wolf Erlbruch beispielsweise, im Ganzen sei Rotraut Susanne Berner zu lieben und zu loben: „Für ihre kontinuierliche hochqualitative, noch stets sich entwickelnde künstlerische Arbeit, für ihre Geradheit, für ihren seltsamen Humor, für ihre Sensibilität. Nur ihre Katzen haben immer zu kurze Beine.“
Ein Ausflug nach Troisdorf sei hiermit also dringend empfohlen. Bis zum 12. Oktober sind die Bilder dort zu sehen (nähere Infos: www.bilderbuchmuseum.de), danach wandern sie weiter in die Galerie der Stadt Fellbach bei Stuttgart (8. November 2008 bis 1. Februar 2009) und ins Wilhelm-Busch-Museum Hannover (19. April bis 12. Juli 2009).