Ja, das klingt verheißungsvoll, was der Provider 1und1 Internet AG da als neues Produkt bewirbt: Man könne künftig surfen und telefonieren, ohne die Dienste der Telekom zu beanspruchen. Für bisherige 1und1-Kunden ein simpler Tarifwechsel, mit dem man den Provider nur zu beauftragen braucht, und der kümmert sich, und alles wird billiger.
Liebe Buchhändler, liebe Verleger – lassen Sie es sein! Solange Sie noch in der Bestellphase sind, ist die Welt in Ordnung, wie der Verfasser dieser Zeilen erfahren hat. Man unterschreibt, bestellt neue Hardware und harrt der Dinge, die da kommen. Nur: Sie kommen nicht.
Der Tag der Umstellung auf den neuen Tarif naht. Man hat weder die Hardware bekommen noch eine Kündigungsbestätigung von der Telekom. Man hat nichts. Nicht mal mehr eine richtige DSL-Leitung. Denn die funktioniert ab jetzt nur wackelig und oft gar nicht.
Schreiben Sie Mails an Ihren Dienstleister (so das System Sie lässt), faxen Sie, was das Zeug hält: Das interessiert dort zunächst keinen. „Unsere attraktiven Produkte und Preise sprechen aktuell sehr viele Kunden an und wir erhalten daher viele Anfragen und Rückmeldungen“, erzählt Ihnen der Responder ungerührt.
Dann kommt die ganz normale Telekom-Rechnung. Die, die man eigentlich gerade gekündigt hat.
Dann endlich, eine reichliche Woche nach der Umstellung, läßt sich 1und1 zu einer Mail herab: „Es tut uns leid, dass es zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Ihr DSL-Anschluss kann aus technischen Gründen derzeit noch nicht auf unser Komplett Paket umgestellt werden. Sie erhalten jedoch vorübergehend eine vergleichbare Produktvariante auf Basis eines analogen- oder ISDN-Festnetzanschlusses. Die Kosten hierfür übernehmen wir für Sie: Sie erhalten für diesen Zeitraum eine Gutschrift auf Ihrer 1&1 Rechnung in Höhe eines analogen Telefonanschlusses.“
Inzwischen hat GLS die endlich eingetroffene Hardware zu einer Packstation gefahren, die Sie nur mit dem Auto erreichen.
Knapp 14 Tage nach der „Umstellung“ ein Brief von 1und1: „Um Ihnen zu verdeutlichen, dass Sie uns als Kunde wichtig sind, habe ich Ihrem Vertrag gerne eine 3-monatige Grundgebühr-Befreiung hinterlegt“ – die 1und1-Rechnung freilich kommt pünktlich wie immer.
Endlich fragt nach reichlich 14 Tagen auch der Support mal an: „Damit Ihre Anfrage korrekt bearbeitet werden kann, benötigen wir zusätzliche Angaben von Ihnen. Bitte teilen Sie uns Ihre Kundennummer oder Ihre Benutzerkennung mit“ – nun ja, die stand auf jedem Fax und und in jeder Mail, wurde aber wahrscheinlich in der Eile der Bearbeitung übersehen.
Einzig greifbares Ergebnis der ganzen Aktion weiterhin: Ständig ausbleibendes DSL-Signal.
uf







