In einer ersten Pressepräsentation dieser Art hat Google Deutschland heute in München eine Zwischenbilanz zur Google Book Search gezogen. Dabei stellte sich erstmals Annabella

Weisl vor, die in der Nachfolge von Jens Redmer als Strategic Partner Manager für die Akquise von Verlagen und Bibliotheken in den deutschsprachigen Ländern, Skandinavien und weiteren Ländern zuständig ist.
Die studierte Sinologin hat beim Lexika Verlag gearbeitet und bei bol.de erste Online-Erfahrungen gesammelt. Zuletzt war sie über fünf Jahre für die konzeptionelle Entwicklung des Otto Web-Shops zuständig, der nach Amazon der zweitgrößte der Welt ist.
In einer Pressevorführung präsentierte sich Google zusammen mit dem ersten und bisher einzigen Bibliothekspartner in Deutschland der Bayerischen StaatsBibliothek, die die Arbeitsweise ihres eigenen Scanprojekts vorstellte. In der Präsentation wurden noch einmal die bekannten Koordinaten betont: zum Beispiel, dass Suchergebnisse der Google-Buchsuche seit letztem Herbst nun auch bei den allgemeinen Suchergebnissen mit angezeigt werden. Weiterhin bleibt die Zahl von einer Million gescannter Bücher aus 39 Sprachen die offizielle Angabe des Unternehmens und erneut wollte Google trotz Drängens die Zahl nicht länderspezifisch herunterbrechen. Allerdings ließ Pressesprecher Stefan Keuchel durchblicken, dass die Million deutlich überschritten sei.
Ziel bleibe es, „das Wissen der Welt zur Verfügung zu stellen“, so Keuchel. Dazu hat Google sein Vorgehen allerdings deutlich modifiziert. Denn darunter versteht das Unternehmen jetzt vor allem, „sämtliche Bücher dieser Welt auffindbar zu machen“. Weisl verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Unterschiede in den Programmen für Bibliotheken und Verlage: „In Europa werden nur noch urheberrechtsfreie Bücher im Volltext gezeigt. Suchergebnisse aus dem Verlagsprogramm werden nur in Ausschnitten (snippets) gezeigt.“
Wolf Dieter Eggert, Geschäftsführer der Hueber Verlags und Vorsitzender des Börsenverein-Landesverbands Bayern, berichtete über die Zusammenarbeit seines Verlags mit Google Book Search, die bereits seit 2005 andauert. Für ihn als weltweiter Anbieter von Lehrbüchern für Deutsch als Fremdsprache sei Google ein idealer Partner. „Unsere Zusammenarbeit hat positive Auswirkungen auf den Abverkauf von Titeln gehabt“, so Eggert. Allerdings könne er diese nicht näher beziffern, weil nur der Kaufwille, aber nicht die Kaufabschlüsse von der Google-Buchsuche aus dokumentiert würden: „Wir wissen nicht, wer danach in den Laden gegangen ist und sich dort ein Buch gekauft hat.“
Im Anschluss an die Präsentation führte Dr. Klaus Ceynowa, Stellvertreter des Generaldirektors der Bayerischen StaatsBibliothek durch das Haus und präsentierte das hauseigene Scanprojekt. Dort scannen 30 Mitarbeiter seit 1997 den Bestand alter Handschriften und Drucke aus dem Mittelalter bis in das 16. Jahrhundert ein. Dies wird teilweise von Hand, teilweise von drei der europaweit modernsten Automaten vorgenommen. Letztere können 1.300 Seiten bei neueren und 900 Seiten bei älteren Büchern pro Stunde bewältigen. Insgesamt stünden 1,8 Mio. Seiten Inkunabeln und 7,5 Mio. Seiten aus Büchern des 16. Jahrhunderts zur Digitalisierung an, so Ceynowa. Zusammen mit Google will Deutschlands zweitgrößte Bibliothek nach Berlin 250 Mio. Seiten seines Bestands von einer Million urheberechtsfreier neuerer Bücher einscannen.
Zum Google-eigenen Scanprojekt an der Bibliothek, das am Außenmagazin in Garching abgewickelt wird, wurde den Journalisten kein Zugang gewährt. Die hauseigenen Soft- und Hardwareeinrichtungen seien geheim und nicht einmal allen Google-Mitarbeitern zugänglich, so Keuchel.







