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Tagung der Fachgruppe Sortiment: Handel soll sich bei libreka! einbringen

Heinrich Riethmüller

Obwohl nach wie vor nicht ganz klar ist, wie sich der Handel bei libreka! einklinken kann, um digitale Inhalte zu verkaufen, scheinen die Sortimenter jetzt in libreka! mehr und mehr ein Zukunftsmodell auch für sich selbst zu sehen: Heinrich Riethmüller, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses, sprach sich heute in Berlin dafür aus, dass sich das Sortiment aktiv an libreka! beteiligen möge. Die gemeinschaftliche Branchenplattform solle jedoch nicht zum Direktvertrieb genutzt werden, appellierte Riethmüller.

Auch wenn die Geschäftsmodelle von libreka! noch nicht geklärt sind: Vor allem die Suchfunktion könne man gut für die eigene Beratungskompetenz nutzen, ergänzte SoA-Kollegin Franziska Bickel, sie erspare möglicherweise auch Ansichtsbestellungen.

Riethmüller entwarf ein Bild des in den vergangenen Jahren stark geänderten

Andreas Kaapke

Buchhandels, bei dem neue Medien mehr an Bedeutung gewinnen. Dabei sei die Zukunft der Buchhandlungen nicht von der Frage abhängig, ob man groß oder klein sei, sondern davon, ob man wirtschaftlich gut aufgestellt sei oder nicht. Riethmüller weiter: „Wir können froh sein, dass es die Preisbindung gibt.“ Er könne Handel und Verlage nur dazu aufrufen, sich auch daran zu halten.

Die Idee von Random House, den „Buchausstoß seiner Verlage nicht nur zweimal im Jahr ins Sortiment zu pumpen“, sondern monatlich Spitzentitel zu liefern, sei grundsätzlich zu begrüßen, dass eine dritte Vertreterreise dazu nötig sei, könne er jedoch nicht nachvollziehen. „Ich kann nur davor warnen, dass dieses Beispiel Schule macht“, so Riethmüller. Man wolle doch für seine Kunden da sein und sich nicht kurz vor Weihnachten mit Vertreterbesuchen aufhalten.

Im Abschlussvortrag sprach Dr. Andreas Kaapke, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung, Köln, über Kooperationen im Handel und damit auch im Buchhandel. Auch bei seinem Vortrag spielten die Rahmenbedingungen des Handels (Steigerung der Verkaufsflächen und rückläufige Umsätzen) eine wesentliche Rolle. Dazu komme eine immer weiter greifende Filialisierung.

Zum Thema Verbund warnte Kaapke davor, sich einzig auf das Thema Beschaffung zu konzentrieren: „Sie müssen veredeln mit Expertise.“ Er schloss mit einem Zitat von Josef Schmidt: „Die Qualität unserer Ziele bestimmt die Qualität unserer Zukunft“.

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