
Im Literaturhaus in Frankfurt am Main wurde gestern Abend der Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung an den jungen österreichischen Autor Reinhard Kaiser-Mühlecker verliehen. Der Schriftsteller erhielt den Preis für sein Buch „Der lange Gang über die Stationen“, erschienen vor einer Woche bei Hoffmann und Campe. Der Geschäftsführer des Verlages, Günter Berg, bezeichnete den Roman als eines der wichtigsten Bücher des Frühjahrsprogramms. Mit der Veröffentlichung des ersten Buches eines Autors übernehme der Verlag auch eine Verpflichtung; so hoffe Berg auf eine lange, gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kaiser-Mühlecker.

Geschäftsführer Günter Berg
hofft auf eine gute
und lange Zusammen-
arbeit mit dem Preisträger
In seiner Laudatio erwähnte Professor Walter Hinck, Kuratoriumsmitglied der Jürgen Ponto-Stiftung, die lange Reihe der Preisträger auf dem Gebiet der Literatur in den vergangenen 30 Jahren – der Preis wird seit 1978 auf Vorschlag von Verlagslektoren für ein bereits zur Veröffentlichung angenommenes Manuskript vergeben.
Auf den 1982 geborenen Kaiser-Mühlecker eingehend würdigte Hinck den Roman als Erzählung, die mit großer Verhaltenheit, aber auch mit großem Feingefühl geschrieben wurde. Bereits in seinem Debütroman sei es dem Autor gelungen, einen eigenen Ton zu finden.

Auszeichnung und las aus seinem ersten Roman
Der junge Schiftsteller erzählte, dass er die Nachricht von der Auszeichnung in Buenos Aires erhalten habe und sich natürlich sehr darüber freute. Er dankte allen, die ihn unterstützten und würdigte besonders die Möglichkeit, im Herrenhaus Edenkoben 2006 an einer Schreibwerkstatt teilnehmen zu können.
Dann las er drei Abschnitte aus seinem Roman, der in einer oberösterreichischen Vorgebirgslandschaft in den 50er Jahren spielt. Der Ich-Erzähler Theodor findet sich in ständigen Spannungen, die Unterschiede zwischen Frau und Mann, zwischen Stadt und Land mit all ihrem Konfliktpotential werden sachlich und objektiv, mit herausragender Beobachtungsgabe beschrieben. Nichts wird beschönigt, aber auch nichts denunziert.
Kaiser-Mühlecker erhielt viel Beifall für seinen Vortrag.
An diesem Abend lasen außerdem die ehemaligen Preisträger Christine Pitzke und Andreas Maier.
JF







